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| Russland | 29.10.2026 | Der estnische Inlandsgeheimdienst „KAPO“ beschuldigt Russland, Mitte August einen Brandanschlag auf den Rüstungshersteller „Milrem Robotics“ in Estland begangen zu haben. Das Unternehmen liefert unbemannte Bodenfahrzeuge in die Ukraine. Nach Angaben des Geheimdienstes entsprach die Vorgehensweise dem Muster weiterer mutmaßlich aus Russland gesteuerter Sabotageakte in Europa. Beweise wurden unter Verweis auf Geheimhaltung nicht veröffentlicht. Der Kreml wies die Anschuldigungen zurück. |
| Russland | 29.10.2026 | Nach Einschätzung der US-amerikanischen Nachrichtenagentur „Bloomberg“ erreichten Russlands Rohölexporte in der Woche zum 27. September 2026 mit durchschnittlich 3,99 Millionen Barrel täglich einen Höchststand seit Beginn des großflächigen Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine im Februar 2022. Die Entwicklung wurde begünstigt durch gestiegene Weltmarktpreise infolge der Spannungen im Nahen Osten sowie die verstärkte Ausfuhr von Rohöl, das durch ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien nicht im Inland verarbeitet werden konnte. Die gesamten russischen Öl- und Ölproduktexporte gingen nach Berechnungen der Raiffeisenbank auf rund 28 Millionen Tonnen monatlich zurück und liegen damit auf dem niedrigsten Stand seit der Corona-Pandemie. |
| Russland | 04.10.2026 | In der russischen Region Irkutsk bestätigen Behörden den Tod einer Mitarbeiterin des Irkutsker Instituts zur Bekämpfung der Pest. Die mögliche Infektionsquelle blieb unklar. Die Mitarbeiterin war offensichtlich nach Kontakt mit einem zerbrochenen Reagenzglas, das den Pesterreger enthielt, mit Symptomen einer Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Mehrere Krankenhäuser in Irkutsk und Schelechow wurden unter Quarantäne gestellt. Insgesamt wurden 197 Kontaktpersonen ermittelt. Nach offiziellen Angaben zeigten diese zunächst keine Krankheitssymptome und wurden negativ getestet. |
| Russland | 03.10.2026 | Russland setzt seine Angriffe auf Straßenbrücken in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw fort. Nach Treffern auf drei der sechs Brücken über den Dnipro wurde am Vortag auch die Nordbrücke getroffen und für den Verkehr gesperrt. Das russische Verteidigungsministerium begründete die Angriffe mit der strategischen Bedeutung der Verkehrsverbindungen. Bei russischen Luftangriffen auf Charkiw wurden fünf Menschen getötet und mehr als 40 verletzt. In der Region Odessa wurde ein ziviles Frachtschiff getroffen, ein Seemann starb, drei Menschen wurden verletzt. Auch die moldauische Präsidentin Maia Sandu erklärte, dass fünf russische Flugkörper und Drohnen in den moldauischen Luftraum eingedrungen seien und auf moldauischem Staatsgebiet explodiert seien. |
| Russland | 02.10.2026 | Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder wird in den Aufsichtsrat der russischen „Hyperglobus GmbH“, eines Ablegers der deutschen Supermarktkette „Globus“ berufen. Er soll an der Unternehmensführung mitwirken und die strategische Entwicklung in Russland leiten. „Hyperglobus“ ist nach eigenen Angaben seit Januar 2025 rechtlich und organisatorisch von der deutschen Muttergesellschaft getrennt. Die Berufung Schröders erfolgte wenige Tage nach der Anordnung der Zwangsverwaltung mehrerer westlicher Unternehmen in Russland. |
| Russland | 01.10.2026 | Die russische Regierung legt der russischen Staatsduma den Haushaltsentwurf für die Jahre 2027 bis 2029 vor. Sie korrigiert dabei die Defizitprognose für 2026 auf nahezu das Doppelte des ursprünglich geplanten Wertes. Der Fehlbetrag soll 7,345 Billionen Rubel (etwa 76 Milliarden Euro) und damit etwa 3,2 Prozent des BIP erreichen. In den Jahren 2027 bis 2029 sind weitere Defizite von rund 16 Billionen Rubel (etwa 167 Milliarden Euro) vorgesehen. Die Verteidigungsausgaben sollen 2027 um 27 Prozent auf 17,1 Billionen Rubel (etwa 178 Milliarden Euro) steigen und damit mehr als ein Drittel der gesamten Staatsausgaben ausmachen. |
| Russland | 01.10.2026 | Russland erklärt mehrere ungarische Diplomat:innen zu unerwünschten Personen und ordnet ihre Ausreise an. Die Maßnahme erfolgt als Reaktion auf die Ausweisung von zehn russischen Diplomat:innen aus Ungarn Anfang September wegen mutmaßlicher statuswidriger Aktivitäten. Das russische Außenministerium hatte gegen diese Entscheidung protestiert. |
| Russland | 30.09.2026 | Die Generalstaatsanwälte von Russland, Kasachstan, Belarus, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan unterzeichnen ein Abkommen zum verstärkten Informationsaustausch über mutmaßliche „Terrorist:innen und Extremist:innen“. Die Zusammenarbeit umfasst unter anderen Angaben zu Organisationen, Einzelpersonen und Aktivitäten, die als Bedrohung für die nationale Sicherheit und Souveränität eingestuft werden. Das Abkommen fällt in eine Phase der Ausweitung des russischen Terrorismus- und Extremismusregisters. Im ersten Halbjahr 2026 ergingen in Russland 1.145 Urteile nach Terrorismusparagraphen und damit 58 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. |
| Russland | 30.09.2026 | Die Zentrale Wahlkommission schließt die Mandatsverteilung für die neunte Staatsduma ab, nachdem mehr als 50 Kandidat:innen von Einiges Russland auf ihre Sitze verzichtet haben. Die Regierungspartei erhält 349 der 450 Mandate, die Kommunistische Partei 37, die Liberal-Demokratische Partei 23, Neue Menschen 19, Gerechtes Russland 17 und Rodina eines; vier Sitze gehen an parteiunabhängige Kandidat:innen. Das Medium iStories zählt unter den Abgeordneten 46 Personen mit Verbindungen zum Krieg gegen die Ukraine, einschließlich Teilnahme an Kampfhandlungen, Arbeit in besetzten Gebieten oder Unterstützung der russischen Armee bzw. von Kriegsteilnehmer:innen sowie vereinzelt Beteiligung an Folter und Ermordungen. Einige Abgeordnete nehmen am staatlichen Personalentwicklungsprogramm „Zeit der Helden“ teil. Neu in die Duma ziehen außerdem Michail Rachlin, Sohn von Präsident Wladimir Putins erstem Judotrainer Anatolij Rachlin, sowie der Waffenhändler Wiktor But ein. |
| Russland | 29.09.2026 | Der russische Präsident Wladimir Putin ordnet per Dekret eine Aufstockung der russischen Streitkräfte um 15.500 Soldat:innen an. Die vorgesehene Gesamtstärke steigt damit auf 2.441.630 Angehörige, darunter 1.550.000 Militärangehörige. Gleichzeitig plant die russische Regierung für 2027 eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf 17,1 Billionen Rubel (rund 178 Milliarden Euro). Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte unter Berufung auf Geheimdienstinformationen, Russland wolle verstärkt ausländische Kämpfende einsetzen. Seinen Angaben zufolge befinden sich zurzeit mehr als 8.000 nordkoreanische Soldaten in Russland. |
| Russland | 28.09.2026 | Der russische Präsident Wladimir Putin erlässt ein Dekret, mit dem das Russland-Geschäft der deutschen Handelskette „Metro“ unter vorläufige Zwangsverwaltung des russischen Unternehmens „UK Torg Rus“ gestellt wird. „Metro“ bestätigte den Verlust der operativen Kontrolle über 91 russische Filialen mit rund 9.000 Beschäftigten. Das Unternehmen war nach dem großflächigen Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 im Land geblieben und erwirtschaftete dort zuletzt rund 8,7 Prozent des Konzernumsatzes. Vergleichbare Maßnahmen hatte es kürzlich auch gegen andere westliche Unternehmen wie „Nestlé“, „Auchan“ und „Aptar“ gegeben. |
| Russland | 27.09.2026 | Die russische Armee greift den Hauptsitz des größten ukrainischen Mobilfunkanbieters „Kyivstar“ sowie ein Rechenzentrum von „Vodafone Ukraine“ an. Nach ukrainischen Angriffen wurden bei den Angriffen drei Menschen verletzt. Weitere Angriffe auf Rechenzentren hatten in der vorangegangenen Woche bei rund 100.000 Haushalten in Kyjiw und Umgebung zu Netzausfällen geführt. |
| Russland | 25.09.2026 | Der russische Politikwissenschaftler Alexandr Kynew wird nach seiner Festnahme mit Schienbeinbrüchen ins Krankenhaus eingeliefert. Dies berichtet der Menschenrechtskanal „Slowo Saschtschite“ (dt. etwa „Plädoyer der Verteidigung“) unter Berufung auf Quellen aus dem Strafvollzugsdienst. Gegen Kynew wird wegen mutmaßlicher Drogendelikte ermittelt, ihm drohen bis zu 20 Jahre Haft. Er war im Februar zum sogenannten „ausländischen Agenten“ erklärt worden und hatte die Dumawahlen im September öffentlich kritisiert. |
| Russland | 24.09.2026 | Das russische Finanzministerium legt Pläne für Steuererhöhungen zur Finanzierung von Verteidigung und Rüstungsindustrie vor. Vorgesehen sind unter anderem höhere Steuern auf Kapitaleinkünfte, Änderungen bei der Besteuerung von Selbständigen und eine zusätzliche Gewinnsteuer für Teile der Rohstoffindustrie. Das Haushaltsdefizit hatte im ersten Halbjahr 2026 rund knapp 74 Milliarden Euro erreicht. Das Finanzministerium erklärte, die zusätzlichen Einnahmen sollten für die Bewaffnung der Streitkräfte, die Modernisierung von Rüstungsbetrieben und Soldzahlungen verwendet werden. |
| Russland | 23.09.2026 | Der russische Außenminister Sergej Lawrow lehnt in seinem Statement im UN-Sicherheitsrat erneut eine Waffenruhe im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ab. Er erklärt, Moskau strebe eine umfassende Friedensregelung an. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha betonte die Bereitschaft Kyjiws zu einer sofortigen Waffenruhe. Der US-amerikanische Außenminister Marco Rubio äußerte die Sorge vor einer Ausweitung russischer Aktivitäten auf weitere Staaten und verwies auf hybride Angriffe und Sabotageakte. |
| Russland | 23.09.2026 | Präsident Wladimir Putin deutet die Wahlbeteiligung bei der Staatsdumawahl als Unterstützung für die in der Ukraine kämpfenden russischen Streitkräfte und die Sicherheitspolitik der Staatsführung. Die Zentrale Wahlkommission beziffert die Beteiligung auf 59,8 % gegenüber 51,72 Prozent im Jahr 2021. Die Regierungspartei Einiges Russland erhält 59 % der Stimmen und erreicht die verfassungsändernde Mehrheit. Damit liegt die Partei über ihrem Ergebnis von 49,82 % bei der Wahl 2021. Die Kommunistische Partei erhält 13,7 %, die Liberal-Demokratische Partei 9 %, Neue Menschen 7,9 % und Gerechtes Russland 5,4 %. Zusätzlichen finden Gouverneurswahlen statt, bei denen u.a. Ramsan Kadyrow mit 99,73 % in Tschetschenien wiedergewählt wird. In 39 Regionen werden die Regionalparlamente gewählt. In allen behält Einiges Russland die Mehrheit. Ferner finden Nachwahlen für Regionalparlamente sowie Kommunalwahlen statt. Unabhängige Experten zweifeln die Ergebnisse an, u.a. die Plausibilität der hohen Beteiligung, die Verzögerungen beim Melden von Auszählungen und fehlende Daten, lassen auf Fälschungen der Wahlbeteiligung und der Ergebnisse für einzelne Kandidaten, Einiges Russland und Gerechtes Russland schließen. Für die besetzten ukrainischen Gebiete werden lediglich Ergebnisse nach Wahlkreisen, nicht nach einzelnen Wahllokalen veröffentlicht. |
| Russland | 22.09.2026 | Die Europäische Union streicht die russischen Oligarchen Alischer Usmanow und Michail Fridman von ihrer Sanktionsliste. Die Sanktionen gegen rund 3.000 weitere Personen und Organisationen werden gleichzeitig von sechs Monate auf drei Jahre verlängert. Für die Streichung Usmanows hatte sich Frankreich eingesetzt, Luxemburg für Fridmans. Litauen enthielt sich, kündigte jedoch an, nationale Sanktionen prüfen zu wollen. Usmanow und Fridman waren 2022 mit Einreise- und Transaktionsbeschränkungen sowie eingefrorenen Vermögenswerten belegt worden. |
| Russland | 20.09.2026 | Der frühere russische Regierungsbeamte und bisherige südossetische Ministerpräsident Marat Kambolow wird zum Präsidenten der von Georgien abtrünnigen, von Russland unterstützten Region Südossetien gewählt. Nach Angaben russischer Staatsmedien erhält er bei der Abstimmung am 18. September 85 Prozent der Stimmen; die Wahlbeteiligung beträgt 73 Prozent. Ein im Mai unterzeichneter Vertrag vertieft die Zusammenarbeit in der Verteidigungs-, Außen- und Sicherheitspolitik und sieht die Integration der Energie- und Verkehrsnetze vor. Georgien kritisiert ihn als Versuch, eine „De-facto-Annexion“ Südossetiens und Abchasiens zu festigen, und verurteilt auch die Einrichtung russischer Wahllokale in beiden Regionen für die Staatsdumawahl vom 18. bis 20. September. |
| Russland | 18.09.2026 | Präsident Wladimir Putin stellt die russischen Vermögenswerte des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestle und der französischen Einzelhandelskette Auchan per Dekret unter Zwangsverwaltung. Die vorläufige Kontrolle übernimmt das wenig bekannte Unternehmen L.E.V. Management. Kremlsprecher Dmitrij Peskow begründet die Entscheidung mit feindseligen Handlungen sogenannter unfreundlicher Staaten und deren angeblicher Beteiligung an militärischen Aktionen gegen Russland. Die Schweiz liefert keine Waffen an die Ukraine, beteiligt sich jedoch an Sanktionen gegen Russland. Nestle kündigt an, seine Rechte und die Fortführung des Geschäftsbetriebs schützen zu wollen; Auchan lehnt eine Stellungnahme ab. Nestle betreibt in Russland sechs Fabriken mit rund 7.000 Beschäftigten, Auchan etwa 230 Geschäfte sowie einen Onlinehandel mit insgesamt rund 30.000 Beschäftigten. Grundlage des Eingriffs ist ein Dekret von 2023, das die vorläufige Verwaltung von Vermögenswerten aus als unfreundlich eingestuften Staaten ermöglicht. Peskow erklärt, gegenwärtig sei lediglich eine vorläufige Verwaltung vorgesehen. |
| Russland | 18.09.2026 | In Russland beginnt der erste Tag der dreitägigen Staatsduma- und Regionalwahlen. In Frontnahen Regionen und in einigen ukrainischen, von Russland besetzten Gebieten beginnt die Stimmabgabe bereits Tage zuvor. In Südrussland und den besetzten ukrainischen Gebieten beeinträchtigen ukrainische Drohnenangriffe nach Angaben russischer Behörden den Ablauf. Die Vorsitzende der Zentralen Wahlkommission, Ella Pamfilowa, meldet die Verlegung eines Wahllokals in der Region Krasnodar, nachdem dessen Fenster durch einen Drohnenangriff beschädigt werden. In der besetzten Oblast Luhansk fallen nach Angriffen auf die Energieinfrastruktur in 14 Wahllokalen vorübergehend die Stromversorgung aus; der Betrieb wird mit Ersatzstrom fortgesetzt. In Sotschi suchen Wahlhelfer:innen und Wähler:innen wegen eines Luftalarms Schutz. Die Wahlkommission hat zuvor den Tod eines ihrer Mitglieder bei einem Drohnenangriff in der besetzten Oblast Saporischschja gemeldet. Zusätzlich berichten Wahlbehörden von Cyberangriffen auf das elektronische Fernwahlsystem. Die unabhängigen Medien RusNews und Sotavision melden unter Berufung auf Wahlbeobachter:innen verbreitete Ausfälle elektronischer Abstimmungsterminals in Moskau. Pamfilowa erklärt, auch drohnenabwehrbedingte Einschränkungen des mobilen Internets seien kein Grund, die Abstimmung abzusagen. Während der Durchführung kommt es zu unzähligen Verstößen gegen das Wahlrecht, u.a. im Wahlgang, Wahlbeobachtung, Agitation im Vorfeld und während der Wahlen, in der Auszählung der Stimmen, u.v.m. Unabhängige Wahlbeobachter:innen wie die der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa sind nicht zugelassen. Die EU kündigt Sanktionen gegen Organisator:innen und Kandidat:innen der russischen Staatsdumawahl in den besetzten ukrainischen Gebieten sowie gegen Personen an, die freie und faire Wahlen in Russland behindert haben. In einer von der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas im Namen der 27 Mitgliedstaaten veröffentlichten Erklärung betont sie, weder die abgehaltenen Abstimmungen noch deren Ergebnisse anzuerkennen. Es handelt sich um die erste Staatsdumawahl seit Beginn der russischen Vollinvasion im Februar 2022. |
| Russland | 17.09.2026 | Russland und die Ukraine tauschen am Grenzübergang Nowaja Guta in Belarus die sterblichen Überreste von insgesamt 275 im Krieg getöteten Soldat:innen aus. Russland übergibt 252 Leichname an die Ukraine und erhält 23 zurück. |
| Russland | 16.09.2026 | Der US-Kongress verabschiedet ein umfassendes Sanktionsgesetz gegen Russland und Iran. Nach der Zustimmung des Senats im August nimmt das Repräsentantenhaus den „Lindsey O. Graham Sanctioning Russia and Iran Act of 2026“ an. Das Gesetz soll Russlands Energie- und Rüstungsindustrie sowie die zur Umgehung bestehender Sanktionen eingesetzte Tanker-„Schattenflotte“ treffen und damit die Finanzierung des Krieges gegen die Ukraine erschweren. Kremlsprecher Dmitrij Peskow bezeichnet zusätzliche US-Sanktionen als unfreundliche Maßnahmen, die eine Friedensregelung für die Ukraine erschweren würden. |
| Russland | 15.09.2026 | Italienische NATO-Kampfjets schießen in der Nacht erstmals eine Drohne über Litauen ab. Nach Angaben des litauischen Rundfunks LRT dringt sie wenige Minuten nach Mitternacht aus Belarus in den litauischen Luftraum ein und wird etwa eine halbe Stunde später zerstört. Präsident Gitanas Nauseda bestätigt den Abschuss. Nach Einschätzung des Leiters des nationalen Krisenmanagementzentrums, Vilmantas Vitkauskas, trägt die Drohne mit hoher Wahrscheinlichkeit Sprengstoff; ob es sich um eine Kampfdrohne handelt, ist zunächst nicht geklärt. Der Bericht nennt weder ihre Herkunft noch Betreiber. Hintergrund sind wiederholte Drohneneinflüge in den baltischen Staaten: Nach einer Zählung von Novaya Gazeta Europe werden dort von Januar 2025 bis Mai 2026 mindestens 24 Vorfälle registriert, davon mindestens 15 seit Jahresbeginn 2026. |
| Russland | 14.09.2026 | Die deutsche Bundesanwaltschaft gibt bekannt, dass sie beim Kammergericht Berlin Anklage gegen eine Deutsch-Ukrainerin wegen mutmaßlicher geheimdienstlicher Agententätigkeit für Russland erhoben hat. Die Angeklagte befindet sich seit Januar 2026 in Untersuchungshaft. Sie soll seit Oktober 2023 mit einem Geheimdienstmitarbeiter der russischen Botschaft in Kontakt gestanden haben. Laut Anklage versorgte sie ihn mit Hinweisen auf hochrangige Veranstaltungen und ermöglichte ihm teilweise unter falschem Namen die Teilnahme. Zudem soll sie versucht haben, Personen aus dem Bundesverteidigungsministerium und der Rüstungsindustrie als Informationsquellen zu gewinnen. Im Auftrag des Geheimdienstmitarbeiters bemühte sie sich insbesondere im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine um Informationen zur deutschen Verteidigungspolitik und Rüstungsindustrie. Das Verfahren geht nach Angaben der Bundesanwaltschaft auf Erkenntnisse des Bundesamts für Verfassungsschutz und des Bundesamts für den Militärischen Abschirmdienst zurück. Über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung eines Hauptverfahrens entscheidet der Staatsschutzsenat des Kammergerichts Berlin. |
| Russland | 14.09.2026 | Russland nimmt mit einer Delegation von Vertreter:innen des Außen-, Energieministeriums und des Ministeriums für Naturressourcen und Ökologie am Treffen der G20-Energieminister in Houston im US-Bundesstaat Texas teil. Dies hatte zuvor Botschafter Marat Berdjew angekündigt. Berdjew erklärte, russische Positionen zu einem flexiblen Energiemix, technologischer Neutralität, fossilen Brennstoffen und Erdgas sowie zur friedlichen Nutzung der Kernenergie fänden zunehmend Beachtung. Die USA als G20-Vorsitzende haben bereits Anfang September den russischen Finanzminister Anton Siluanow zum G20-Finanzministertreffen in Asheville eingeladen und damit Irritationen ausgelöst. |
| Russland | 13.09.2026 | Zum Abschluss des Gipfels der BRICS-Staaten in Neu-Delhi geben die teilnehmenden Länder eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie ihre Geschlossenheit betonen. Im Hinblick auf internationale Konflikte blieb die Erklärung weitgehend allgemein und vermied die Benennung Verantwortlicher. Indien stellt als Gastgeberland Kooperation, eine „menschenzentrierte“ Agenda und den Anspruch der BRICS-Staaten auf stärkeren Einfluss bei der Gestaltung der internationalen Ordnung in den Mittelpunkt. Für 2027 übernimmt China den Vorsitz. |
| Russland | 13.09.2026 | Auf der Strecke Kyjiw–Warschau wird ukrainischen Angaben zufolge die Lokomotive eines Personenzuges etwa zwei Kilometer vor der ukrainischen Grenze von einer russischen Drohne getroffen. Ein weiterer Angriff trifft eine Tankstelle nahe dem Grenzübergang Jahodyn-Dorohusk. Der polnische Luftraum wird dabei nicht verletzt. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk bestätigt die Angriffe und warnte vor einer zunehmenden Eskalation. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, Ziel seien Transportwege für militärische Lieferungen aus Europa gewesen. |
| Russland | 12.09.2026 | Am Rande des Wirtschaftsforums der BRICS-Staaten in Neu-Delhi erklärt der russische Präsident Wladimir Putin, dass eine Entsendung europäischer Truppen in die Ukraine aus russischer Sicht einen Krieg mit Russland bedeuten würde. Zugleich wies er Befürchtungen vor einem möglichen russischen Angriff auf europäische Staaten zurück. Hintergrund sind Überlegungen Frankreichs und Großbritanniens, nach einem möglichen Friedensabkommen Russlands mit der Ukraine ein europäisches Kontingent in der Ukraine zu stationieren. |
| Russland | 11.09.2026 | Ukrainische Drohnen greifen das Chemiewerk „Azot“ in der russischen Region Perm an. Das Werk ist einer der größten Chemiebetriebe Russlands und unter anderem Hersteller von Ammoniumnitrat und Salpetersäure. Offizielle Angaben zu möglichen Schäden gibt es nicht. Augenzeugen meldeten Explosionen, Schüsse und Rauch über dem Industriegebiet. Wegen der Drohnenwarnungen wurden in der Region Hochschulen und Schulen geschlossen und öffentliche Einrichtungen in ihrem Betrieb eingeschränkt. |
| Russland | 11.09.2026 | Das Gebietsgericht Tomsk hebt auf Klage der Liberal-Demokratischen Partei Russlands die Registrierung der Kandidat:innenliste der Partei Jabloko für die Wahl zur gesetzgebenden Duma der Oblast Tomsk auf. Nach Angaben von Jabloko stützt sich die Klage auf die Verbreitung von Wahlwerbung über zugangsbeschränkte Internetangebote sowie auf mutmaßliche Verstöße gegen das Urheberrecht und Vorschriften zur Wahlkampffinanzierung. Von ursprünglich acht für Regionalparlamente aufgestellten Jabloko-Listen bleibt damit nur diejenige in der Oblast Nowgorod zugelassen; in der Oblast Tomsk kandidieren weiterhin sieben Parteimitglieder in Direktwahlkreisen. Wenige Tage zuvor wurden sechs Kandidat:innen von Jabloko in der Oblast Swerdlowsk festgenommen, darunter Abgeordnete von Stadtparlamenten; zwei weitere, die über Direktwahlen kandidierten, in Moskau. Die Partei Jabloko hatte sich als einzige öffentlich im Vorfeld der Wahlen gegen Krieg ausgesprochen. |
| Russland | 10.09.2026 | Dmitrij Medwedew, Vorsitzender der russischen Regierungspartei „Jedinaja Rossija“ (dt. „Einiges Russland“) und stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrats, spricht sich für eine langfristige militärische Ausrichtung Russlands auch über das Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine aus. Mit Hinweis auf die Bedrohung durch die NATO und westliche Staaten fordert er eine leistungsfähige Rüstungsindustrie und stärkere staatliche Eingriffe in die Wirtschaft. |
| Russland | 09.09.2026 | Der Gouverneur der russischen Region Krasnodar meldet vier Tote und 29 Verletzte nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Stadt Noworossijsk. Mehrere Wohngebäude wurden beschädigt. Berichten zufolge galt der Angriff dem „Masut-Terminal“ im Hafen von Noworossijsk. Dort wurde mindestens ein Treibstofftank beschädigt. Der Angriff setzt eine Reihe von ukrainischen Angriffen auf russische Hafen- und Exportinfrastruktur am Schwarzen Meer und an der Ostsee fort. |
| Russland | 09.09.2026 | Im russischen Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen in Nordwest-Sibirien hat es erstmals ukrainische Drohnenangriffe auf Anlagen der russischen Gasindustrie gegeben. Nach ukrainischen Angaben wurden das Gas- und Kondensataufbereitungswerk „Nowyj Urengoj“ und das Gasverarbeitungswerk „Purowskij“ getroffen. Mit rund 2.800 Kilometer Entfernung von der russisch-ukrainischen Grenze waren dies die bisher weitreichendsten ukrainischen Angriffe seit Beginn des großflächigen Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine. Im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen liegt eine der wichtigsten russischen Gasföderregionen. |
| Russland | 09.09.2026 | Russische Streitkräfte verstärken ihre Angriffe auf ukrainische Eisenbahnen. Innerhalb von zwei Tagen werden vier Personenzüge getroffen; mindestens drei Menschen sterben, 20 weitere werden verletzt. |
| Russland | 08.09.2026 | Angaben des russischen Kreml zufolge stellt der US-amerikanische Präsident Donald Trump seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin während eines Telefonats umfangreiche Wirtschafts- und Handelsbeziehungen in Aussicht. Im Gegenzug erwarte er die baldige Beendigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Beide Seiten erörterten konkrete Möglichkeiten zur Beschleunigung der Verhandlungen, Einzelheiten nannte der Kreml nicht. Putin hält an seiner Forderung nach einem vollständigen ukrainischen Rückzug aus der von Russland annektierten ukrainischen Region Donezk fest. Dies lehnt die Ukraine ab. |
| Russland | 08.09.2026 | In mehreren Bezirken der russischen Region Tjumen werden aufgrund eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest Notstands- und Quarantänemaßnahmen verhängt. Die Behörden ordnen umfangreiche Beschlagnahmungen und Tötungen von Hausschweinen an. Verschiedene lokale Gruppierungen kritisieren die Durchführung der Maßnahmen, ausbleibende Entschädigungen und unsachgemäße Entsorgung der Kadaver. Gleichzeitig wird aus der Region Irkutsk die Tötung von Nutztieren aufgrund eines Ausbruchs der Lumpy-Skin-Krankheit gemeldet. |
| Russland | 06.09.2026 | Die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner treffen zu Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau ein. US-Angaben zufolge unterbreiteten sie bei dem Treffen neue Vorschläge zur Beendigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Der Kreml bezeichnete die Gespräche im Anschluss als „nützlich und konstruktiv“. Witkoff und Kushner reisen im Anschluss weiter in die Ukraine. |
| Russland | 04.09.2026 | Das auf Flugsicherheit spezialisierte Unternehmen „Osprey Flight Solutions“ zählt im August 2026 16.000 ukrainische Drohnen, die in den russischen Luftraum eingedrungen sein sollen. 32 russische Flughäfen mussten insgesamt 993-mal vorübergehend schließen. Im gesamten Sommer wurden bisher 2.182 Betriebseinstellungen registriert. Die Störung des zivilen Flugverkehrs ist Teil der ukrainischen Strategie, dauerhaften Druck auf die russische Luftfahrt auszuüben. |
| Russland | 03.09.2026 | Nach einem Brandanschlag auf eine Baustelle in der Nähe mehrerer Unternehmen der Sicherheits- und Rüstungsindustrie in München werden zwei bulgarische Staatsangehörige in Untersuchungshaft genommen. Die Ermittler:innen gehen von einem politischen Motiv aus. Unklar blieb zunächst, ob die benachbarten Unternehmen „Rohde & Schwarz“ und der die Ukraine beliefernde Drohnenhersteller „Helsing“ die eigentlichen Ziele des Anschlags waren. Den Ermittlungsbehörden zufolge gibt es jedoch Hinweise darauf, dass die Attentäter vom russischen Geheimdienst beauftragt worden seien. |
| Russland | 03.09.2026 | Norwegische Behörden setzen im Hafen von Barentsburg auf Svalbard das russische staatliche Expeditionsschiff „Professor Molchanow“ fest. Die Maßnahme erfolgt auf Antrag des ukrainischen Energiekonzerns „Naftogas“, der einen Schiedsspruch über rund 3,6 Milliarden Euro aus dem Jahr 2023 vollstrecken will. Hintergrund ist die Enteignung ukrainischer Energieanlagen nach der russischen Annexion der Krim im Jahr 2014. Da Russland die Zahlung verweigert, verfolgt „Naftogas“ russische Vermögenswerte in mehreren Staaten, darunter auch Finnland und Frankreich. |
| Russland | 03.09.2026 | Laut Daten des deutschen Bundeskriminalamts (BKA) wurden seit Jahresbeginn bis Ende August 2026 bundesweit mehr als 165 Sabotagefälle registriert. Außerdem wurden 24 Ermittlungsverfahren wegen Spionage eingeleitet. Die Behörden erfassten zudem 747 verdächtige Drohnenvorfälle mit insgesamt 1.068 Drohnen, insbesondere über kritischer Infrastruktur, militärischen Einrichtungen und Rüstungsunternehmen. Bei einem Teil der Vorfälle prüft das BKA eine mögliche politische oder ausländische staatliche Steuerung. |
| Russland | 02.09.2026 | Als Reaktion auf die Einbestellung des russischen Botschafters in Berlin bestellt Russland den Geschäftsträger der deutschen Botschaft in Moskau ein und kündigt die Schließung dreier verbleibender Standorte des „Goethe-Instituts“ in Russland an. Die russische Regierung protestiert damit gegen die von Berlin angekündigten Sanktionen nach dem versuchten Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle Anfang August 2026. Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnete die deutschen Maßnahmen als „schweren Fehler“. Dmitrij Medwedew, Vorsitzender des russischen Sicherheitsrats, drohte mit Angriffen auf deutsche Rüstungsbetriebe und weitere Ziele in Deutschland. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte, die Situation erinnere ihn an den Beginn des Zweiten Weltkrieges. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz erkläre Russland faktisch den Krieg, so Lawrow. |
| Russland | 01.09.2026 | Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem deutschen Außenminister Johann Wadephul macht der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt Russland für den versuchten Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle Anfang August 2026 verantwortlich. Er verweist dabei auf Erkenntnisse deutscher und europäischer Sicherheitsbehörden. Als Reaktion wurde der russische Botschafter einbestellt, die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn und des ussischen Hauses in Berlin wurden angekündigt. Russland bestreitet die Beteiligung und kündigt seinerseits Gegenmaßnahmen an. |
| Russland | 31.08.2026 | In Asheville (USA) findet das G20-Finanzministertreffen erstmals seit Beginn der großflächigen Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine im Februar 2022 wieder mit Beteiligung des russischen Finanzministers Anton Siluanow statt. Die europäischen G20-Staaten protestieren gegen die von den USA ausgesprochene Einladung und verweigern ein gemeinsames Gruppenfoto mit der russischen Delegation. Der deutsche Finanzminister Lars Klingbeil kritisiert die aus seiner Sicht damit verbundene Normalisierung der Beziehungen. Die US-Regierung verteidigt die Einladung mit dem gesteckten Ziel, den Dialog mit Moskau über eine Beendigung des Krieges aufrechtzuerhalten. |
| Russland | 28.08.2026 | Der Gouverneur der russischen Region Rostow, Jurij Sljussar, verhängt aufgrund zunehmender Absatz- und Exportproblemen von Getreide den Notstand. In der Region werden fast zehn Prozent des landesweit geernteten Getreides angebaut. Wegen ukrainischer Drohnenangriffe seit Mitte Juli sei der Betrieb der Häfen am Asowschen Meer eingestellt, sodass sich erhebliche Mengen an Agrarerzeugnissen angesammelt hätten, die nicht verschifft werden könnten. Die Weizenausfuhr sank im August auf 1,9 Millionen Tonnen und damit auf ein 16-Jahres-Tief. Zugleich ließen die überfüllten Lager die russischen Getreidepreise deutlich fallen. |
| Russland | 28.08.2026 | Das Bezirksgericht im russischen Swerdlowsk schließt die Liste der liberalen Partei „Jabloko“ von der bevorstehenden Wahl zur Regionalversammlung aus. Es gibt damit der Klage der nationalistischen „Liberaldemokratischen Partei Russlands“ (LDPR) statt. Diese hatte „Jabloko“ unter anderem Urheberrechtsverletzungen und die Verbreitung von Inhalten auf in Russland gesperrten Plattformen wie „Instagram“ oder „Facebook“ vorgeworfen. Konstantin Kisseljow, Spitzenkandidat von „Jabloko“ in der Region, kündigte Berufung an. Swerdlowsk ist bereits die sechste Region, in der die Liste von „Jabloko“ von den Regionalwahlen ausgeschlossen wird. Zuvor war die Partei bereits von den landesweiten Dumawahlen ausgeschlossen worden. |
| Russland | 28.08.2026 | Angesichts von Gerüchten über eine mögliche neue Mobilisierung unmittelbar nach den Dumawahlen im September ist die Zahl der Russ:innen, die die Grenze in Richtung Georgien überqueren, stark angestiegen. Nach Angaben des russischen Föderalen Zolldienstes überquerten innerhalb der vergangenen Woche rund 113.000 Menschen die Grenze. Der Duma-Abgeordnete und Mitglied des Verteidigungsausschusses, Viktor Sobolew, bestritt Pläne für eine neue Mobilisierung und verwies darauf, dass der Personalbedarf der Streitkräfte derzeit durch die Anwerbung von Vertragssoldat:innen gedeckt sei. |
| Russland | 27.08.2026 | In Sankt Petersburg wird ein Oberstleutnant der russischen Luftstreitkräfte getötet. Vorläufigen Angaben zufolge detonierte ein in seinem Fahrzeug angebrachter provisorischer Sprengsatz. Seine Ehefrau wird schwer verletzt. Das russische Ermittlungskomitee leitete ein Strafverfahren ein. Nach tödlichen Anschlägen auf russische Militärangehörige am 01. August in Moskau und am 13. August in Sewastopol ist dies bereits der dritte gemeldet Anschlag im August. |
| Russland | 27.08.2026 | Das russische Außenministerium erklärt einen Mitarbeiter der rumänischen Botschaft in Moskau zur Persona non grata. Die Maßnahme sei eine Reaktion auf die Ausweisung eines russischen Diplomaten aus Rumänien im vergangenen Monat. Rumänien hatte diesen nach einer Reihe von Luftraumverletzungen durch russische Drohnen ausgewiesen. Im Mai war im rumänischen Galati ein Wohnhaus durch eine abstürzende russische Drohne getroffen worden. Russland wies die Verantwortung für den Vorfall zurück. |
| Russland | 26.08.2026 | Bei einem ukrainischen Drohnenangriff gerät erneut ein Lager des russischen Online-Händlers „Wildberries“ in Kotowsk in der russischen Region Tambow in Brand. Bereits am 18. Juli war das Lager angegriffen worden, damals kamen sieben Menschen ums Leben, 25 weitere wurden verletzt. Außerdem war die größte Raffinerie des russischen Ölkonzerns „Lukoil“ in Kstowo Ziel des Angriffs. Dies ist bereits der vierte Angriff auf die Raffinerie in diesem Jahr. In der Region Lipezk starben beim Einschlag einer Drohne in ein Wohnhaus zwei Menschen, darunter ein 14-jähriges Kind. Das russische Verteidigungsministerium meldete 426 abgefangene oder zerstörte ukrainische Drohnen über 15 Regionen und der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim. |
| Russland | 26.08.2026 | Die Vorsitzende der Zentralen Wahlkommission, Ella Pamfilowa, teilt mit, dass sich für die anstehenden Wahlen auf föderaler, regionaler und kommunaler Ebene in Russland fast 1.600 Veteran:innen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine registriert hätten. Bereits im März 2025 hatten Medien berichtet, der Kreml plane, bis zu 100 Veteran:innen des Kriegs gegen die Ukraine in die Staatsduma zu bringen. Dies entspräche mehr als einem Fünftel der Sitze. Der russische Präsident Wladimir Putin sprach in diesem Zusammenhang von einer „neuen Elite“, die in politische und administrative Strukturen integriert werden solle. |
| Russland | 25.08.2026 | Der Direktor des US-amerikanischen Auslandsgeheimdienstes CIA, John Ratcliffe, ist zu Gesprächen mit russischen Geheimdienstvertreter:innen nach Moskau eingetroffen. US-Medienberichten zufolge warnte Ratcliffe vor einer militärischen Eskalation gegenüber NATO-Staaten. Außerdem soll er den Kreml aufgefordert haben, die finanzielle und militärische Unterstützung für den Iran zu reduzieren. Den Berichten zufolge soll die Ukraine informiert und gebeten worden sein, für die Zeit des Besuchs Angriffe auf russisches Territorium auszusetzen. |
| Russland | 25.08.2026 | Das russische Justizministerium richtet ein öffentliches Register für im Ausland lebende Russ:innen ein, gegen die besondere Beschränkungsmaßnahmen verhängt werden sollen. Grundlage ist ein Anfang August vom russischen Präsidenten Wladimir Putin unterzeichnetes Gesetz, das unter anderem die Sperrung von Konten, den Ausschluss von Immobiliengeschäften und staatlichen Dienstleistungen sowie Konsulatsleistungen ermöglicht. Betroffen sein können im Ausland lebende Personen, die in Abwesenheit wegen bestimmter Ordnungswidrigkeiten verurteilt worden sind, darunter „Diskreditierung der russischen Armee“. Menschenrechtler:innen und Jurist:innen werten das Gesetz als verfassungswidrig und als faktischen Entzug wesentlicher Bürgerrechte. |
| Russland | 22.08.2026 | Offiziellen Angaben zufolge sind in der russischen Region Samara ein Logistikzentrum des Online-Versandunternehmens „Ozon“ sowie eine „Rosneft“-Raffinerie von ukrainischen Drohnen angegriffen worden. Im „Ozon“-Lager bricht ein Feuer aus, mehr als 500 Beschäftigte werden evakuiert, es gib Verletzte. Der Betrieb wird auf unbestimmte Zeit eingestellt. Der Angriff trifft erstmals ein Logistikzentrum von „Ozon“, nachdem zuvor Standorte des Unternehmens „Wildberries“ angegriffen worden waren. Die Raffinerie war bereits mehrmals Ziel ukrainischer Angriffe gewesen. |
| Russland | 22.08.2026 | Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnet in einem Interview mit dem kremlnahen Journalisten Pawel Sarubin die russischen Angriffe auf zivile Infrastruktur in Kyjiw und anderen ukrainischen Städten als „effektiv“ und „rechtzeitig“. Er begründet sie mit ihrer militärischen Wirkung auf Nachschub, Truppenrotation und Rüstungsproduktion. Zugleich räumt er wirtschaftliche Schäden durch ukrainische Angriffe auf Russland ein. Putin bestreitet jedoch die Möglichkeit eines daraus resultierenden militärischen Wendepunkts. Als Reaktion auf die ukrainischen Angriffe kündigt er weitere Angriffe auf für die ukrainische Wirtschaft besonders wichtige Bereiche an und nennt dabei auch die Landwirtschaft. Nur wenige Stunden vor der Veröffentlichung des Interviews hatte es einen russischen Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum in der Region Kyjiw gegeben, bei dem mindestens 16 Menschen getötet und mehr als 100 Menschen verletzt worden waren. Weitere Angriffe trafen Kyjiw und Saporischschja. |
| Russland | 21.08.2026 | Der pensionierte Generalmajor des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, Igor Laptew, hat sich, übereinstimmenden Medienberichten zufolge, das Leben genommen. Laptew hatte für den sowjetischen KGB und später für den FSB im Bereich Informationssicherheit gearbeitet und seit 1998 den Verwaltungsrat eines Herstellers geschützter Kommunikationssysteme geleitet. Seit 2022 sind bereits mehrere ehemalige Generäle russischer Geheimdienste unter Umständen gestorben, die von russischen Medien als Suizid gemeldet wurden. |
| Russland | 19.08.2026 | Russland und die Ukraine tauschen unter Vermittlung der Vereinigten Arabischen Emirate jeweils 103 Kriegsgefangene aus. Es war der erste Austausch seit Juni 2026. Vertreter:innen beider Seiten trafen sich dabei in Belarus und tauschten auch Listen vermisster Personen aus. Nach ukrainischen Angaben wird noch vor Monatsende ein weiterer Gefangenenaustausch erwartet. |
| Russland | 19.08.2026 | Tankstellen in Moskau und anderen russischen Regionen führen erneut Abgabebeschränkungen für Benzin und Diesel ein. Engpässe in Sibirien, im Fernen Osten und auf der von Russland annektierten Krim bestehen weiterhin fort. Als wesentlicher Faktor gelten wiederholte ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien und Treibstofflager. Die russische Regierung verlängerte zur Stabilisierung des Binnenmarktes das Exportverbot für Benzin und Diesel bis Anfang 2027. |
| Russland | 18.08.2026 | Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärt, dass Moskau und das Moskauer Umland einem der bislang größten ukrainischen Drohnenangriffe seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine erlebt hätten. Seinen Angaben zufolge seien 637 Drohnen in Richtung Hauptstadt gestartet worden. Das russische Verteidigungsministerium meldete landesweit 791 abgefangene ukrainische Drohnen. Im Moskauer Gebiet wurden mehrere Wohn- und Geschäftsgebäude sowie Energieanlagen beschädigt und mindestens drei Menschen verletzt. In mehr als 5.000 Haushalten fiel der Strom aus. Auch ein Logistikzentrum des russischen Versandhändlers „Wildberries“ war betroffen. |
| Russland | 18.08.2026 | Das unabhängige russische Onlinemedium „The Bell“ berichtet unter Berufung auf anonyme Quellen, dass russische Unternehmer:innen und Unternehmen bis Mitte August 2026 rund 383,7 Milliarden Rubel (etwa 3,8 Milliarden Euro) an freiwilligen Beiträgen in den Staatshaushalt eingezahlt haben. Die Zahlungen erfolgten vor dem Hintergrund eines Aufrufs des russischen Präsidenten Wladimir Putin zur Unterstützung, angesichts des Rekorddefizits im Staatshaushalt von rund 6,5 Trillionen Rubel (etwa 64,7 Milliarden Euro). Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 gab Russland dem Bericht zufolge fast 50 Trillionen Rubel (etwa 501 Milliarden Euro) für militärische Zwecke aus und erhöhte zur Finanzierung unter anderem Steuern und Abgaben. |
| Russland | 17.08.2026 | Nach Angaben des russischen Portals „Medwestnik“ meldeten medizinische Hochschulen in Russland nach Einführung einer bis zu dreijährigen Arbeitspflicht in staatlichen Gesundheitseinrichtungen einen deutlichen Bewerber:innenmangel zur Facharztausbildung. Landesweit blieben Hunderte Plätze frei, besonders betroffen sind die Anästhesiologie, Notfallmedizin und Onkologie. Expert:innen führen dies auf die neue Dienstpflicht, damit zusammenhängende hohe Vertragsstrafen, verschärfte Zulassungsregeln und rechtliche Risiken für Ärzt:innen zurück. |
| Russland | 17.08.2026 | Das Bezirksgericht im russischen Pskow verurteilt den russischen Oppositionspolitiker und Kriegsgegner Lew Schlosberg zu elf Jahren und einem Monat Straflager. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass Schlosberg die russische Armee „diskreditiert“ und Falschinformationen im Zusammenhang mit öffentlichen Forderungen nach einem Ende des Krieges gegen die Ukraine verbreitet habe. Schlosberg ist Mitglied der russischen Oppositionspartei „Jabloko“. Er hatte den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine wiederholt öffentlich kritisiert. Schlosberg ist seit 2023 als sogenannter „ausländischer Agent“ eingestuft und war seit 2025 zunächst unter Hausarrest und später in Untersuchungshaft. Das Oberste Gericht Russlands wies am selben Tag den Berufungsantrag von „Jabloko“ gegen den Ausschluss von den Parlamentswahlen im September zurück. |
| Russland | 16.08.2026 | NATO-Angaben zufolge hat ein spanischer Kampfjet über Rumänien eine russische Drohne abgeschossen, die aus dem moldauischen Luftraum gekommen war. Die Trümmer gingen über unbewohntem Gebiet im Bezirk Galati nieder. Die Drohne war bereits die vierte über Rumänien abgefangene Drohne in diesem Jahr. Einige Tage zuvor war auch über Lettland eine Drohne abgeschossen worden. Außerdem hatte Moldau seinen Botschafter aus Russland zurückberufen, nachdem nahe der Grenze zur Ukraine eine russische Drohne abgestürzt und explodiert war. Die moldauische Präsidentin Maia Sandu bezeichnete den Absturz als direkt Folge der russischen Invasion in die Ukraine. |
| Russland | 14.08.2026 | Die UN gibt bekannt, dass es im Juli 2026 in der Ukraine mit 437 getöteten und 2.610 verletzten Zivilist:innen die höchste Zahl monatlicher Opfer seit März 2022 gegeben habe. Gegenüber dem Vormonat sei die Zahl um 30 Prozent angestiegen. Als Hauptursache werden verstärkte russische Angriffe mit Raketen und Langstreckendrohnen genannt. Besonders betroffen war die ukrainische Hauptstadt Kyjiw mit 54 getöteten Zivilist:innen. |
| Russland | 14.08.2026 | Das russische Justizministerium stuft die an der Universität Bremen angesiedelte Forschungsstelle Osteuropas (FSO) als sogenannte „unerwünschte Organisation“ ein. Die FSO erforscht politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen in Russland und anderen postsowjetischen Staaten. Zugleich wurde auch die US-amerikanische „Human Rights Foundation“ unter Vorsitz von Julija Nawalnaja als „unerwünscht“ eingestuft. Auf der russischen Liste stehen bereits mehrere deutsche Organisationen, darunter der DAAD sowie zahlreiche politische Stiftungen. |
| Russland | 14.08.2026 | Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Marija Sacharowa, weist Vorschläge für eine Waffenruhe im Schwarzen Meer zurück. Sie erklärte, dies würde der Ukraine lediglich eine Atempause verschaffen. Zuvor hatte die Türkei nach eigenen Angaben beiden Seiten Vorschläge zur Einstellung militärischer Operationen im Schwarzen Meer unterbreitet; auch die Ukraine soll einen Stopp der Angriffe auf zivile Schiffe angeboten haben. Moskau schloss zugleich eine Rückkehr zum 2023 beendeten Schwarzmeer-Getreideabkommen aus. |
| Russland | 13.08.2026 | Bei einem Bombenanschlag in Sewastopol auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim wird ein russischer Offizier getötet. Nach Angaben des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB war der Sprengsatz in einem Mülleimer deponiert worden. Die Ermittlungsbehörden nahmen eine russische Staatsbürgerin fest. Ihr wird vorgeworfen, im Auftrag ukrainischer Geheimdienste gehandelt zu haben. Unbestätigten Berichten zufolge soll das Opfer der frühere ukrainische U-Boot-Kommandeur Robert Schagajew sein, der 2014 zu Russland übergelaufen war. |
| Russland | 13.08.2026 | Der russische Präsident Wladimir Putin besucht die zwischen Russland und Japan gelegenen Kurilen-Inseln. Japan, das die Inseln als sein Territorium beansprucht, protestierte und bestellte den russischen Botschafter ein. Putin hatte zuvor Sachalin besucht und dort Beratungen zur Sicherung der russischen Ostgrenzen abgehalten. Der Territorialstreit zwischen Russland und Japan verhindert seit 1945 den Abschluss eines formellen Friedensvertrags zwischen den beiden Ländern. |
| Russland | 11.08.2026 | Laut Berichten der britischen Nachrichtenagentur „Reuters“ ist der seit Januar 2022 inhaftierte US-amerikanische Marineinfanterist Robert Gilman vom russischen Präsidenten Wladimir Putin begnadigt worden. Gilman war wegen eines Angriffs auf einen Polizisten sowie auf einen Gefängniswärter zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden; sein Fall ist umstritten. Seine Familie hatte von schweren Misshandlungen und einem lebensbedrohlichen Gesundheitszustand Gilmans berichtet. |
| Russland | 10.08.2026 | Das Oberste Gericht Russlands schließt die Oppositionspartei „Jabloko“ von den Parlamentswahlen im September aus. Ihr werden Verstöße gegen das Wahlrecht, westliche Einflussnahme und unzulässige Finanzierung aus dem Ausland vorgeworfen. Der Parteivorsitzende Nikolaj Rybakow weist die Anschuldigungen zurück und kündigt Berufung an. „Jabloko“ spricht sich gegen den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine aus. |
| Russland | 25.07.2026 | Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf mehrere „Wildberries“-Logistikzentren werden nach offiziellen Angaben neun Menschen getötet und mehr als 80 Menschen verletzt. Schätzungen zufolge seien etwa 10 bis 15 Prozent der Lagerflächen beschädigt worden. Analyst:innen gehen von einem zerstörten Warenwert von bis zu vier Milliarden Euro aus. Beschäftigte des Standorts in Elektrostal berichteten anschließend von chaotischen Evakuierungsabläufen. „Wildberries“ kündigte an, die Notfallregelungen anzupassen. |
| Russland | 25.07.2026 | Bei einem ukrainischen Raketenangriff auf das Rüstungswerk „Awitek“ im russischen Kirow wurden nach Behördenangaben fünf Menschen getötet und 26 Menschen verletzt. Das Werk produziert unter anderem Flugabwehrraketen und Komponenten für russische Kampfflugzeuge. Satellitenaufnahmen zeigen Schäden an einer Produktionshalle. Die Region Kirow ordnete Staatstrauer an und kündigte Entschädigungen für die Familien der Todesopfer an. |
| Russland | 24.07.2026 | Das russische Finanzministerium bereitet die Aufnahme von bis zu 1,5 Billionen Rubel (etwa 15,3 Milliarden Euro) variabler Staatsanleihen vor, die vor allem von russischen Staatsbanken gekauft werden dürfen. Hintergrund sind ein Haushaltsdefizit von fast sechs Billionen Rubel (etwa 61,4 Milliarden Euro) im ersten Halbjahr 2026 und deutlich steigende Kriegsausgaben. Da die russische Zentralbank diesen Banken gleichzeitig über Repo-Geschäfte Geld zur Verfügung stellt, stützt sie damit indirekt die Finanzierung des Staatshaushalts. |
| Russland | 24.07.2026 | Die russische Zentralbank senkt den Leitzins von 14,25 auf 14 Prozent. Sie reagiert damit auf den wachsenden Druck aus der Wirtschaft, die unter hohen Kreditkosten und schwachen Investitionen leidet. Der Spielraum für weitere Zinssenkungen ist durch die hohe Inflation begrenzt, die insbesondere durch Treibstoffengpässe und höhere Kraftstoffpreise infolge ukrainischer Angriffe auf die russische Ölindustrie verschärft wird. Die Inflation lag zuletzt bei sechs Prozent. |
| Russland | 23.07.2026 | Der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein US-amerikanischer Amtskollege Marco Rubio treffen sich am Rande des ASEAN-Gipfeltreffens in Manila zu einem Gespräch über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Moskau bekräftigte seine Ablehnung weiterer westlicher Waffenlieferungen an die Ukraine und erklärte zugleich seine grundsätzliche Bereitschaft zu diplomatischen Gesprächen und verwies auf die auf dem Alaska-Gipfel in Anchorage im August 2025 vereinbarten US-Vorschläge. Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitrij Peskow, warnte jedoch vor übermäßigen Optimismus und sprach von keiner neuen Dynamik in den Verhandlungen. Die USA bezeichneten das Gespräch als offen und konstruktiv. Rubio weist jedoch die russische Darstellung zurück, die USA und Russland hätten im August 2025 auf dem Alaska-Gipfel eine Vereinbarung zur Beendigung des Krieges gegen die Ukraine getroffen. Die russischen Vorschläge seien gescheitert. |
| Russland | 23.07.2026 | Die Europäische Union verabschiedet das 21. Sanktionspaket gegen Russland in Folge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Der bestehende Preisdeckel für russisches Öl wird um zwölf Monate verlängert, die Maßnahmen gegen den russischen Finanz- und Energiesektor werden verschärft. Damit stehen nun 94 russische Banken unter Sanktionen. Weitere 218 Personen und Institutionen sowie 36 Schiffe der sogenannten „Schattenflotte“ wurden auf die Sanktionsliste gesetzt. Die Einigung erfolgte nach längeren Verhandlungen über Ausnahmen und nationale Interessen einzelner EU-Staaten. |
| Russland | 22.07.2026 | Eine europäische Marinemission überprüft den mit Russland in Verbindung gebrachten Öltanker „MV South Star“. Der Frachter, der offiziell in Kamerun registriert ist, wird verdächtigt, unter falscher Flagge zu fahren. Die EU wertet den Einsatz als Teil verschärfter Maßnahmen gegen Russlands sogenannte „Schattenflotte“, der fast 600 sanktionierte Schiffe zugerechnet werden. |
| Russland | 22.07.2026 | Die russische Staatsduma verabschiedet ein Gesetz, das weitreichende finanzielle und rechtliche Beschränkungen gegen im Ausland lebende und in Russland verurteile Personen ermöglicht. Vorgesehen sind unter anderem Konten- und Online-Banking-Sperren, Verkaufsverbote für Immobilien und Fahrzeuge sowie die Verweigerung staatlicher und konsularischer Dienstleistungen. Auch bestimmte im Ausland lebende Personen mit unbezahlten Verwaltungsstrafen können betroffen sein. Menschenrechtsjurist:innen werten die Maßnahmen als „faktischen Entzug der Staatsbürgerschaft“. |
| Russland | 19.07.2026 | Ein Moskauer Gericht ordnet Untersuchungshaft für den Wissenschaftler Maxim Krawtschuk an. Dieser war Ende Juni unter dem Vorwurf des Hochverrats festgenommen worden. Krawtschuk ist Spezialist für Aerodynamik am Zentralen Forschungsinstitut für Maschinenbau (russ. „Moskowskij nautschnij-issledowatelskij institut ZNIImasch“) in Moskau, das dem russischen Raumfahrtkonzern „Roskosmos“ untersteht. Zu den konkreten Vorwürfen ist nichts bekannt. Laut des Online-Medium „Ostoroschno, Nowosti“ ist Krawtschuk bereits mindestens der vierte Wissenschaftler des ZNIImasch, gegen den seit 2019 wegen Hochverrats ermittelt wird. |
| Russland | 18.07.2026 | Ukrainische Drohnen haben zwei Logistikzentren des Onlinehändlers „Wildberries“ in den russischen Regionen Moskau und Tambow angegriffen. Nach ukrainischen Angaben wurden die Anlagen für Lieferungen sanktionierter Komponenten zur Drohnen- und Navigationsproduktion genutzt. Bei den Angriffen kamen acht Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Nach einer kurz zuvor eingeführten Vertragsänderung befürchten zahlreiche Händler:innen nun, für zerstörte Warenbestände keine Entschädigung von „Wildberries“ zu erhalten. Nach Angriffen auf weitere Lagerflächen des Unternehmens wenige Tage später entfallen Medienberichten zufolge etwa sieben Prozent der Lagerkapazitäten. |
| Russland | 17.07.2026 | Die russische Landwirtschaftsministerin Oxana Lut räumt ein, dass die landesweiten Kraftstoffengpässe in Russland die Landwirtschaft zunehmend belasten. Das Ministerium arbeite daran, die Schwierigkeiten gemeinsam mit den Regionen und den Betrieben vor Ort zu lösen. Lut verwies auf eine Anordnung Putins, wonach die Landwirtschaft während der Ernte- und Aussaatsaison zuverlässig mit Kraftstoff zu versorgen sei. Sie sei trotz der aktuellen Engpässe zuversichtlich, dass die Lieferungen vollständig erfolgen würden. Nach Angaben des Ministeriums liegen die Erntearbeiten derzeit um rund zwölf Prozent der gesamten Anbauflächen hinter dem Zeitplan zurück. |
| Russland | 17.07.2026 | Das Bezirksgericht in Dolgoprudny nahe Moskau verurteilt den russischen Oppositionspolitiker Boris Nadeshdin wegen der öffentlichen Zurschaustellung extremistischer Symbole zu einer Geldstrafe von 1.000 Rubel (rund 11 Euro). Anlass war ein Beitrag mit einem Bild des in Haft verstorbenen Oppositionspolitikers Alexej Nawalnyj. Mit Rechtskraft des Urteils verliert Nadeshdin die Möglichkeit, bei der Parlamentswahl im September zu kandidieren. Er bezeichnete das Verfahren als politisch motiviert und wies die Vorwürfe zurück. Wenige Tage zuvor hatte das russische Justizministerium Nadeshdin auf die Liste sogenannter „ausländischer Agent:innen“ aufgenommen. Kurz nach dem Urteil kündigt Nadeshdin das Ende seiner Kampagne für eine Kandidatur bei den anstehenden Duma-Wahlen im September an. |
| Russland | 17.07.2026 | Nach Angaben des staatlichen Meinungsforschungsinstituts WZIOM sanken Putins Zustimmungswerte auf 65,1 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit Kriegsbeginn. Der Anteil der Befragten, die Putins Arbeit ablehnen, stieg laut WZIOM auf 23,4 Prozent und liegt damit fast auf dem Niveau der Ablehnung der russischen Regierung (24,4 Prozent). Beobachter:innen führen den Rückgang unter anderem auf die anhaltende Treibstoffkrise und die daraus resultierende Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage zurück. Politolog:innen sehen darin Anzeichen einer wachsenden Unzufriedenheit in der Bevölkerung und warnen vor einem erhöhten Eskalationsrisiko. |
| Russland | 16.07.2026 | Der russische Staatskonzern „Rostec“ meldet für 2025 trotz eines Umsatzanstiegs um 25 Prozent einen Rückgang des Nettogewinns um 42 Prozent. Konzernchef Sergej Tschemesow verwies auf fehlende Mittel für Investitionen. Mehrere Tochterunternehmen verzeichneten Verluste, Waffenexporte brachen infolge des Krieges gegen die Ukraine und westlicher Sanktionen ein. Tschemesow hatte bereits im vergangenen Jahr erklärt, dass die westlichen Sanktionen sowohl das zivile als auch das militärische Geschäft des Konzerns erheblich erschwert hätten. |
| Russland | 14.07.2026 | Das russische Bildungsministerium erklärt, dass Schulen Schüler:innen nach der 9. Klasse bei fehlenden Kapazitäten nicht in die 10. Klasse aufnehmen müssen. Hintergrund sind Beschwerden von Eltern, deren Kindern mit Verweis auf mangelnde Leistungen der Übergang in die 10. Klasse verweigert und stattdessen der Besuch eines Colleges empfohlen worden war. Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit der seit 2024 verfolgten Politik, mehr Jugendliche in die berufliche Ausbildung zu lenken, um den Fachkräftemangel zu verringern. 2025 erreichte der Anteil der Absolvent:innen, die eine Berufsausbildung begannen, mit 63 Prozent einen Höchststand. 2026 reichten die Oberstufenplätze in mehreren Regionen nicht für alle Bewerber:innen aus. |
| Russland | 14.07.2026 | Die US-amerikanische Tageszeitung „Wall Street Journal“ berichtet unter Berufung auf vertrauliche Quellen, dass die Verhandlungen Russlands mit China über den Bau der Gaspipeline „Sila Sibiri 2“ erneut stocken. Die chinesische Seite soll die russische Delegation während des jüngsten Besuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin gebeten haben, das Thema nicht anzusprechen, solange sich die Bedingungen nicht änderten. China fordert laut des Berichts eine Senkung des Gaspreises auf das Niveau des russischen Binnenmarktes. Dieser liegt zurzeit bei etwa 50 US-Dollar je 1.000 Kubikmeter. China zahlt aktuell rund 260 US-Dollar je 1.000 Kubikmeter für russisches Gas und damit bereits etwa 40 Prozent weniger als andere Kunden „Gasproms“ außerhalb der GUS. |
| Russland | 13.07.2026 | Vor dem Hintergrund mehrerer Arbeitsstreiks seit Anfang 2026 erklärt Sergej Tschernogajew, Vorsitzender des „Föderationsverbands Unabhängiger Gewerkschaften Russlands“ (russ. „Federazija Nesawissimych profsojusow Rossii“, FNPR), dass es sich dabei um Einzelfälle handele und noch kein Massenphänomen sei. Anfang 2026 war es vor angesichts angespannter Regionalhaushalte und finanzieller Probleme einiger Unternehmen in mehreren russischen Regionen zu Protesten wegen ausstehender Löhne gekommen. Tschernogajew erklärte außerdem, dass nicht nur wegen ausstehender Löhne gestreikt werde, sondern zum Beispiel auch wegen Betriebsschließungen. |
| Russland | 13.07.2026 | Die Europäische Union verhängt gemeinsam mit Großbritannien Sanktionen gegen russische Personen und Organisationen wegen mutmaßlicher Cyberangriffe und Desinformationskampagnen. Betroffen sind unter anderem Mitarbeiter:innen des russischen Militär- und des Inlandsgeheimdienstes. Beide Seiten machen den Inlandsgeheimdienst FSB für einen vereitelten Angriff auf kritische Infrastruktur in Polen verantwortlich. Auch die NATO verurteilt die Angriffe und kündigt mögliche Gegenmaßnahmen an. Deutschland, Frankreich und die Niederlande bestellten zudem die russischen Botschafter ein. Die russische Seite weist die Vorwürfe zurück und bestellt im Gegenzug den deutschen Botschafter in Moskau ein. |
| Russland | 29.06.2026 | Der Kriegsveteran Alexander Lunin wird von einem Gericht in der Oblast Woronesh wegen der Verwendung extremistischer bzw. natio-nalsozialistischer Symbolik zu einer mehrtägigen Haftstrafe verurteilt. Eine Woche zuvor hatte Lunin in einem Video die Zustände in der russischen Armee – darunter Folter, Arrest, Erpres-sung durch Ranghöhere und „Kamikazekommandos“ – an-geprangert. Er bittet darin um ein persönliches Treffen mit Präsident Wladimir Putin und erklärt, die russische Armee sei bereit, „mit Waffen nach Moskau zu gehen“, um gegen die politische Führung vorzugehen, falls er kein Gehör finde. Das Video erreicht millionenfache Klickzahlen. |
| Russland | 27.06.2026 | Ukrainischen Angaben zufolge wird die Rüstungsfabrik „Titan-Barrikady“ im russischen Wolgograd mit „Flamingo“-Marschflugkörpern getroffen. Dort sollen Komponenten für russische Artillerie- und Raketensysteme hergestellt werden. Russische Behörden melden Schäden an Industrieanlagen und mindestens zehn Verletzte. Parallel setzte Russland seine Angriffe auf ukrainische Regionen fort. In Dnipropetrowsk und Sumy wurden nach ukrainischen Angaben drei Menschen getötet, weitere wurden verletzt. |
| Russland | 26.06.2026 | Auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim rufen die Behörden wegen anhaltender Probleme bei der Strom- und Treibstoffversorgung den regionalen Notstand aus. Hintergrund sind fortgesetzte ukrainische Angriffe auf Energie- und Logistikinfrastruktur. Auf der Halbinsel kam es zu Versorgungsengpässen, Verkehrsproblemen und Beeinträchtigungen des Tourismus. Die Behörden versicherten, dass der Notstand keine zusätzlichen Einschränkungen für die Bevölkerung mit sich bringe. Die ukrainische Regierung erklärte, ihre Strategie ziele auf eine weitere Isolation der Halbinsel und eine Schwächung der russischen Logistik ab. |
| Russland | 26.06.2026 | Russland und die Ukraine tauschen unter Vermittlung der Vereinigten Arabischen Emirate jeweils 160 Kriegsgefangene aus. Nach ukrainischen Angaben waren alle freigelassenen ukrainischen Soldaten seit 2022 in russischer Gefangenschaft. Zeitgleich setzte die Ukraine ihre Drohnenangriffe fort. Der ukrainische Geheimdienst SBU meldete Angriffe auf russische Marineschiffe und Luftabwehrstellungen in Kertsch auf der von Russland annektierten Krim. Russland sprach von der Abwehr von insgesamt 660 ukrainischen Drohnen und bezeichnete dies als die bislang schwerste Angriffswelle des Jahres. |
| Russland | 26.06.2026 | Der frühere russische Verteidigungsminister und langjährige Putin-Vertraute Sergej Iwanow ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Iwanow galt 2007 zeitweise als möglicher Nachfolger Putins, verlor jedoch später an politischem Einfluss und war zuletzt Sonderbeauftragter für Umwelt- und Verkehrsfragen. Eine Todesursache wurde nicht bekannt gegeben. |
| Russland | 25.06.2026 | Russlands Außenminister Sergej Lawrow kritisierte Äußerungen von US Außenminister Marco Rubio zur angeblichen Verständigung zwischen Donald Trump und Wladimir Putin über ein mögliches Ende des Ukraine Kriegs und nennt das amerikanische Dementi „ziemlich unelegant“. Lawrow wirft Washington vor, den in Russland als „Geist von Anchorage“ bezeichneten Gesprächsverlauf nachträglich umzudeuten, während Rubio betont, die USA seien wegen ihrer Unterstützung für die Ukraine keine neutralen Vermittler. |
| Russland | 24.06.2026 | Der Oppositionspolitiker Maxim Kruglow, früher Abgeord-neter der Moskauer Stadtduma und stellvertretender Vor-sitzender der Partei Jabloko, wird zu sieben Jahren Strafla-ger verurteilt. Das Gericht wirft Kruglow die Verbreitung angeblicher „Falschnachrichten über die russischen Streit-kräfte“ vor. Die Verurteilung erfolgt wenige Monate vor den Wahlen zur Staatsduma, in einer Phase, in der die russische Justiz verstärkt gegen Kritiker:innen des Präsidenten Wla-dimir Putin vorgeht. Laut Anklage soll Kruglow in sozialen Netzwerken über Kriegsverbrechen russischer Soldat:innen berichtet haben. Die Staatsanwaltschaft wertet dies als „Diskreditierung der Streitkräfte“. |
| Russland | 24.06.2026 | Berichten des unabhängigen russischen Exilmediums „Meduza“ zufolge, diskutieren Vertreter:innen der russischen Sicherheitsorgane eine mögliche Verschiebung der für September geplanten Duma-Wahlen. Als Gründe werden wirtschaftliche Probleme, sinkende Zustimmungswerte für die Regierungspartei und zunehmende ukrainische Drohnenangriffe genannt. Nach Angaben der der russischen Präsidialverwaltung nahestehenden Quellen gilt die planmäßige Durchführung der Wahlen jedoch weiterhin als wahrscheinlich, da die politische Führung an der Darstellung von Stabilität und Normalität festhält. |
| Russland | 23.06.2026 | Der Präsident der international nicht anerkannten, von Russland kontrollierten Region Südossetien, Alan Gagloew, tritt zurück und wechselt als Berater in die Präsidialadministration von Wladimir Putin. In einer Videobotschaft erklärt Gagloew, sein Ziel sei die „Überwindung des Schicksals eines geteilten Volkes“ und die „Wiedervereinigung mit Nordossetien und mit Großrussland“. Übergangspräsident wird der bisherige Regierungschef Marat Kambolow, ein aus Nordossetien stammender früherer Moskauer Beamter. Der Führungswechsel folgt auf ein im Mai ratifiziertes Integrationsabkommen zwischen Russland und Südossetien, das eine Angleichung der Gesetzgebung der Region an russische Normen vorsieht. Moskau verpflichtet sich darin zu sozialen Unterstützungsleistungen und zur Verbesserung der Lebensbedingungen. Russland unterhält seit dem Krieg von 2008 Militärstützpunkte in Südossetien und Abchasien. |
| Russland | 23.06.2026 | Der ehemalige Gouverneur der Oblast Belgorod, Wjat-scheslaw Gladkow, wird von Präsident Wladimir Putin zum neuen Gesandten Russlands in Abchasien nominiert. Glad-kow war im Mai 2024 nach massiven ukrainischen Angriffen auf die Region Belgorod entlassen worden. Die Ernennung erfolgt im Rahmen einer breiteren personellen Neuord-nung, in der mehrere frühere Regionalpolitiker:innen neue Posten in föderalen Strukturen erhalten. Gladkow soll künf-tig die politischen und administrativen Beziehungen zwi-schen Russland und der international nicht anerkannten, von Russland kontrollierten Region Abchasien koordinieren. Die Entscheidung unterstreicht die fortgesetzte Integration Abchasiens in russische Verwaltungsstrukturen. |
| Russland | 23.06.2026 | Verschiedenen Berichten zufolge griffen ukrainische Drohnen zahlreiche Energie-, Treibstoff- und Logistikanlagen auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim sowie im benachbarten russischen Gebiet Krasnodar an. Betroffen waren unter anderem eine große Umspannanlage, Treibstofflager und Hafenterminals in Kertsch sowie der Hafen Kawkas. Die Angriffe führten zu Bränden, Stromausfällen in mehreren Regionen der Krim und einer zeitweiligen Sperrung der Brücke von Kertsch. |
| Russland | 22.06.2026 | Der Pressedienst des russischen Betreibers von Kommunikationssatelliten teilt mit, ukrainische Drohnen hätten das Zentrum für Weltraumkommunikation in Dubna nördlich von Moskau angegriffen. In der Meldung heißt es weiter, der Betrieb von TV-Übertragungen und Nachrichtenverkehr sei nicht gestört worden; verletzt wurde demnach niemand. Die Anlage gilt als eine der größten Satelliten-Bodenstationen Russlands und soll laut ukrainischen Angaben auch für die militärische Kommunikation wichtig sein. Sie dient unter anderem als Knotenpunkt für russische Satellitenverbindungen. |
| Russland | 22.06.2026 | Die britische Zeitung „The Telegraph“ berichtet, dass Russland nach wiederholten ukrainischen Drohnenangriffen auf Moskau zusätzliche Flugabwehrsysteme vom Typ „Panzir“ zum Schutz strategischer Einrichtungen in die Hauptstadt verlege. Darauf deuteten Fotos in sozialen Netzwerken hin. Beobachter:innen vermuten, dass einzelne Systeme direkt aus dem Frontgebiet abgezogen wurden. |
| Russland | 21.06.2026 | Die Ukraine setzt ihre Angriffe auf die von Russland annektierte ukrainische Halbinsel Krim fort. Russische Behörden gaben an, es habe nach einem Angriff auf die Ölinfrastruktur auf beiden Seiten der Straße von Kertsch mindestens fünf Tote und 28 Verletzte gegeben. Die Krim-Brücke wurde vorübergehend für den Straßenverkehr gesperrt, der Fährbetrieb eingestellt. Wegen anhaltender Versorgungsprobleme musste die Ausgabe von Benzin und Diesel an Privatpersonen erneut ausgesetzt werden. Außerdem kam es zu Ausfällen in der Strom- und Wasserversorgung. Gleichzeitig kamen bei russischen Luftangriffen in den ukrainischen Regionen Dnipropetrowsk und Poltawa nach ukrainischen Angaben drei Menschen ums Leben, weitere wurden verletzt. |
| Russland | 20.06.2026 | Das Medium Holod veröffentlicht einen Videoausschnitt aus einer Botschaft einer Gruppe russischer Soldaten und berichtet zu dem Fall. Im Video richten sich die Soldaten der Einheit 69647 kollektiv an die russische Führung und bitten um Schutz und um medizinische Untersuchung. Sie prangern an, dass die Militärpolizei sie in der „Grube“ (unrechtmäßiger Arrest ohne Rücksicht auf Grundbedürfnisse ausreichend Nahrung oder Zugang zu Sanitäranlagen, zumeist unter Misshandlung) festhalten würde, medizinische Versorgung für Verletzte verweigerte, mit Tötung ohne Gerichtsprozess und -urteil drohe. Zuvor wären sie von Vorgesetzten um hohe Geldbeträge erpresst worden. Den Arrest führen die Männer auf die Tatsache zurück, dass sie HIV-positiv sind. Auf dem Video sind 12 Männer eng auf Stockbetten zusammensitzend zu sehen. Militärangehörige verschiedener Einheiten äußerten regelmäßig ähnliche Vorwürfe. |
| Russland | 19.06.2026 | Die russische Zentralbank warnt vor deutlich steigenden Inflationsrisiken. Die Chefin der Zentralbank, Elwira Nabiullina, nannte steigende Kraftstoffpreise und höhere Staatsausgaben, insbesondere im Zusammenhang mit dem Krieg, als wesentliche Ursachen. Trotz einer Senkung des Leitzinses auf 14,25 Prozent deutete sie an, dass der Spielraum für weitere Zinssenkungen begrenzt sei und sich die Rückkehr zu einem neutralen Zinsniveau verzögern könnte. Expert:innen verwiesen auf das wachsende Haushaltsdefizit und anhaltende Belastungen der russischen Wirtschaft. |
| Russland | 19.06.2026 | Nach Berichten der internationalen Nachrichtenagentur „Reuters“ ist die russische Benzinproduktion infolge ukrainischer Drohnenangriffe auf große Raffinerien in Zentralrussland im Juni um rund 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Die Stilllegung der Raffinerien in Moskau und Tatarstan verschärfte die Versorgungslage zusätzlich. Russland reagiert mit Lieferungen aus Belarus, dem Abbau von Reserven, ersten Benzinimporten auf dem Seeweg sowie Überlegungen zur Lockerung von Kraftstoffstandards und einer engeren Zusammenarbeit zwischen den verbliebenen Raffinerien. |
| Russland | 18.06.2026 | Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitrij Peskow, lobte nach dem bislang größten ukrainischen Drohnenangriff auf Moskau die Leistungsfähigkeit der russischen Luftabwehr. Bei den Angriffen wurde eine für die Treibstoffversorgung der Hauptstadt wichtige Raffinerie schwer beschädigt; ein achtjähriges Mädchen kam ums Leben, mindestens 17 Menschen wurden verletzt. Medienberichten zufolge könnten Teile der Schäden durch fehlgeleitete russische Abwehrraketen verursacht worden sein. Nach ukrainischen Angaben hatte die Raffinerie ihren Betrieb bereits nach einem früheren Angriff vorübergehend eingestellt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die Angriffe als Teil ihrer Strategie, Russland zu Verhandlungen zu bewegen. |
| Russland | 18.06.2026 | Russland und die Ukraine tauschen die sterblichen Überreste gefallener Soldat:innen aus. Nach russischen Angaben erhielt die Ukraine 522 Leichname, während 33 gefallene russische Soldaten zurückgeführt wurden. Kyjiw bestätigte den Austausch. Die Rückführung Gefallener und der Austausch von Kriegsgefangenen bleiben eine der wenigen fortbestehenden Formen humanitärer Zusammenarbeit zwischen beiden Kriegsparteien. |
| Russland | 17.06.2026 | Die USA lassen eine seit März mehrfach verlängerte Ausnahmeregelung für den Verkauf und Transport bereits verschifften russischen Rohöls auslaufen. Der US-amerikanische Präsident Donald Trump begründete dies mit der Stabilisierung der Lage in der Straße von Hormus und kündigte eine mögliche vollständige Rückkehr zu den bisherigen Sanktionen an. Europäische Staaten hatten die Ausnahmeregelung kritisiert, während mehrere asiatische Länder auf ihre Verlängerung gedrängt hatten. Mit der Entspannung auf den Energiemärkten sank der Preis für russisches Öl wieder deutlich. |
| Russland | 16.06.2026 | Ein russisches Kriegsschiff hat im Ärmelkanal Warnschüsse in Richtung einer britischen Segeljacht abgegeben. Offiziellen russischen und britischen Angaben zufolge sollte so eine mögliche Kollision verhindert werden. Der Vorfall ereignete sich bei dichtem Nebel südlich der Isle of Wright außerhalb britischer Hoheitsgewässer. Die Jachtbesatzung bestritt, sich auf Kollisionskurs befunden zu haben, und bezeichnete die Schüsse als unnötig. |
| Russland | 15.06.2026 | Die Europäische Union verlängert ihre nach dem vollumfänglichen Angriff Russlands gegen die Ukraine im Februar 2022 verhängten Wirtschaftssanktionen erstmals um zwölf statt wie bisher jeweils nur um sechs Monate. Möglich wurde dies nach dem Regierungswechsel in Ungarn. Die neue ungarische Regierung hatte keine Einwände gegen eine längere Laufzeit erhoben. Zugleich beschloss die EU weitere Strafmaßnahmen, darunter Schritte gegen die russische Schattenflotte, den militärisch-industriellen Komplex, Propagandanetzwerke sowie Verantwortliche für die Verfolgung und den Tod des russischen Oppositionspolitikers Aleksej Nawalnyj. |
| Russland | 14.06.2026 | In Berlin gründen im Exil lebende russische Oppositionspolitiker eine neue Partei mit dem Namen „Mirnaja Rossija“ (dt. „Friedliches Russland“), deren Vorsitzender Ilja Jaschin wird. Auf dem zweitägigen Gründungsparteitag verabschieden die Delegierten Manifest, Satzung und Leitungsstruktur. In den zentralen Politischen Rat ziehen 25 Personen ein, darunter der frühere FBK-Manager Wladimir Aschurkow und der Unternehmer Sergej Petrow. Jaschin betont, die Partei gründe sich auf die drei Prinzipien Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit, strebe einen Machtwechsel in Russland an und wolle zugleich die Interessen der gegen den Krieg eingestellten Russ:innen international vertreten; eine Registrierung in Russland ist vorerst nicht geplant. |
| Russland | 13.06.2026 | Mehrere russische Regionen führen Beschränkungen für den Kraftstoffverkauf ein. Betroffen sind unter anderem Tatarstan, Moskau, St. Petersburg und Uljanowsk. Die Limits reichen von 20 Litern Benzin bis zu 100 Litern Kraftstoff pro Kunde. Nach Medienberichten leiden inzwischen mindestens 25 russische Regionen unter Treibstoffengpässen oder Lieferproblemen. Gleichzeitig sind die Kraftstoffpreise seit Anfang Juni deutlich gestiegen. Nach Angaben der russischen Statistikbehörde „Rosstat“ stieg der Preis für Benzin innerhalb von einer Woche um 0,9 Prozent, seit Jahresbeginn bereits um insgesamt 5,6 Prozent. Als Hauptursache gelten anhaltende ukrainische Angriffe auf russische Öl- und Transportinfrastruktur. Besonders kritisch ist die Versorgungslage auf der Krim. |
| Russland | 12.06.2026 | Der Internationale Schachverband FIDE hat den russischen Schachverband mit sofortiger Wirkung vorläufig suspendiert. Hintergrund ist die Nichtumsetzung eines Urteils des Internationalen Sportgerichtshofs CAS, der Russland verpflichtet hatte, Schachaktivitäten in den besetzten ukrainischen Gebieten innerhalb von 90 Tagen einzustellen. Die Suspendierung gilt für bis zu drei Jahre oder bis die Vorgaben erfüllt werden. Russische Mannschaften können jedoch weiterhin unter neutraler Flagge an Wettbewerben teilnehmen. |
| Russland | 12.06.2026 | Ukrainische Streitkräfte greifen in der Nacht mehrere große Industrieanlagen in Russland an, darunter petrochemische und ölverarbeitende Betriebe in der Republik Tatarstan und der Oblast Samara. Nach Angaben regionaler Behörden werden in der Oblast Samara „mehrere Industrieunternehmen“ beschädigt; drei Menschen werden verletzt. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt, dass die ukrainische Armee die von Rosneft betriebene Kuibyschew Raffinerie in Samara getroffen habe, die bereits mehrfach Ziel früherer Angriffe gewesen ist. In Tatarstan werden ebenfalls Industrieanlagen attackiert, wobei die Behörden Schäden an „mehreren Infrastrukturobjekten“ melden. Parallel dazu werden in weiteren Regionen – darunter die Oblaste Wladimir, Tscheljabinsk, Swerdlowsk, Pensa sowie das Autonome Gebiet der Jamal Nenzen – Drohnenangriffe registriert. In der Oblast Wladimir kommt es nach Einschlägen zu Bränden an zwei Infrastruktureinrichtungen. Die Moskauer Stadtverwaltung teilt mit, dass zwölf Drohnen auf dem Anflug zur Hauptstadt abgeschossen worden seien. Das russische Verteidigungsministerium meldet insgesamt die Abwehr von 326 ukrainischen Drohnen über 19 Regionen und der Krim. Bereits zuvor waren die betroffenen Raffinerien und Industrieanlagen mehrfach Ziel von Drohnen und Raketenangriffen gewesen. |
| Russland | 11.06.2026 | Der Föderale Steuerdienst Russlands ordnet eine umfassende Überprüfung von Immobilien-, Grund- und Fahrzeugsteuern an. Geprüft werden sollen höhere Steuersätze, die Abschaffung von Vergünstigungen sowie eine Ausweitung der Besteuerungsgrundlage für Unternehmen und Privatpersonen. Hintergrund sind wachsende Haushaltsdefizite der russischen Regionen. Im vergangenen Jahr erreichte das gemeinsame Defizit der Regionalhaushalte rund 1,5 Billionen Rubel (etwa 17,8 Milliarden Euro). Für das laufende Jahr prognostiziert das Finanzministerium ein Defizit von 1,9 Billionen Rubel (etwa 22,5 Milliarden Euro). Die Zahl der Regionen mit Haushaltsdefiziten stieg von 50 auf 74. Expert:innen erwarten, dass die Maßnahmen in vielen Fällen zu deutlich höheren Steuerbelastungen führen könnten. |
| Russland | 11.06.2026 | Die russischen Behörden haben im Verfahren gegen den Unternehmer Wadim Moschkowitsch Vermögenswerte im Wert von 550 Milliarden Rubel (etwa 6,5 Milliarden Euro) eingezogen und verstaatlicht. Betroffen ist auch der Agrarkonzern „Rusagro“, einer der größten Lebensmittelproduzenten des Landes. Gegen Moschkowitsch wird unter anderem wegen Betrugs, Geldwäsche und Bestechung ermittelt. Die Konfiszierung gilt als bislang größter Fall der laufenden Verstaatlichungswelle in Russland. |
| Russland | 11.06.2026 | Offiziellen Angaben der russischen Besatzungsverwaltung zufolge, haben ukrainische Drohnen mehrere Brücken zwischen der besetzten ukrainischen Region Cherson und der Krim beschädigt. Die betroffenen Bauwerke dienten als Ausweichrouten, nachdem die wichtige Tschonhar-Brücke zuvor gesperrt worden war. Die Angriffe treffen Nachschubwege zur Krim, die bereits durch ukrainische Attacken auf Militär- und Treibstofftransporte belastet sind. Die Ukraine setzt ihre Drohnenkampagne gegen russische Logistik- und Infrastrukturziele damit fort. |
| Russland | 10.06.2026 | Russland und Belarus unterzeichnen ein Memorandum zur engeren Zusammenarbeit ihrer Obersten Gerichte. Ziel ist die Harmonisierung der Rechtsprechung und die weitere Annäherung beider Rechtssysteme im Rahmen des Unionsstaates. Zudem trat Ende April eine Vereinbarung über die gegenseitige Anerkennung und Vollstreckung von Gerichtsentscheidungen in Kraft. Die Maßnahmen sind Teil der seit 1999 verfolgten politischen und rechtlichen Integration beider Staaten. |
| Russland | 09.06.2026 | Ein durch ein Datenleck bekannt gewordener Datensatz zu Besatzungen der russischen Schattenflotte zeigt, dass Russland seine Strategie zur Umgehung westlicher Sanktionen angepasst hat. Demnach wurden seit 2025 zunehmend bewaffnete Sicherheitskräfte, darunter ehemalige Soldat:innen und Wagner-Kämpfer:innen, auf Öltankern eingesetzt. Seit Anfang 2026 ist die Zahl dieser Sicherheitskräfte jedoch wieder zurückgegangen. Gleichzeitig fahren immer mehr Schiffe der Schattenflotte unter russischer Flagge und mit russischen Kapitän:innen. Beobachter:innen sehen darin den Versuch, die Kontrolle über die Tanker zu stärken und Eingriffe ausländischer Behörden zu erschweren. |
| Russland | 09.06.2026 | Laut dem Investigativmedium „iStories“ haben im ersten Quartal 2026 insgesamt rund 71.200 Menschen Einmalzahlungen für den Abschluss eines Vertrags mit dem russischen Verteidigungsministerium erhalten, was als Näherungswert für die Zahl der neuen Vertragssoldaten gilt. |
| Russland | 08.06.2026 | Russland ruft seinen Botschafter aus Armenien zu Konsultationen nach Moskau zurück und begründet dies mit der zunehmenden Annäherung Armeniens an die Europäische Union. Zeitgleich verhängt die russische Regierung neue Importbeschränkungen gegen zahlreiche Waren aus Armenien, darunter Lebensmittel, Saatgut, Blumen und Holzprodukte, offiziell aufgrund phytosanitärer Risiken. Die Entscheidung erfolgte wenige Tage nach dem Wahlsieg der prowestlichen Partei des armenischen Ministerpräsidenten Nikol Paschinjan. Zuvor war bereits die Einfuhr von Fischprodukten, Obst, Gemüse und alkoholische Getränke aus Armenien nach Russland eingeschränkt worden. Beobachter:innen werten die verschärften Handelsbeschränkungen als weiteren Ausdruck der zunehmenden Spannungen zwischen Armenien und Russland. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte Armenien aufgefordert, sich zwischen der EU und der Eurasischen Wirtschaftsunion zu entscheiden. |
| Russland | 08.06.2026 | In Russland steigen die Verurteilungen nach „spionagebezogenen“ Paragrafen stark an: Nach Recherchen des Mediums „iStories“ und der Menschenrechtsinitiative „Perwyj otdel“ haben Gerichte seit Beginn des großangelegten Krieges gegen die Ukraine deutlich häufiger Haftstrafen wegen „Staatsverrats“, „Spionage“, „vertraulicher Zusammenarbeit mit Ausländer:innen“ und „Hilfe für den Gegner“ verhängt. Allein im Jahr 2025 werden demnach 478 Menschen auf Grundlage dieser vier Artikel verurteilt, wobei der Großteil der Angeklagten – fast vier Fünftel – unter den weit ausgelegten Tatbestand der „Staatsverrats“ fällt. 2024 lag die Zahl bei 385 Verurteilten. Die durchschnittlichen Strafen liegen inzwischen bei rund 15 Jahren Freiheitsentzug, und es gibt in diesen Verfahren faktisch keine Freisprüche. |
| Russland | 07.06.2026 | Die Menschenrechtsbeauftragten Russlands und der Ukraine, Jana Lantratowa und Dmytro Lubynets, vereinbaren trotz des Abbruchs der diplomatischen Beziehungen einen direkten Austausch offizieller Bescheinigungen und anderer Dokumente für Bürger:innen beider Staaten. Lantratowa erklärt nach einem Treffen mit Lubynets am 5. Juni an der belarussisch ukrainischen Grenze, beide Ombudsstellen würden künftig als Kanal dienen, über den diese Unterlagen weitergeleitet werden, damit Angehörige unter anderem Zahlungen für getötete Familienmitglieder beantragen und notwendige Nachweise erhalten können. Lubynets bestätigt die Vereinbarung und betont, dass der neue Mechanismus helfen soll, zivilrechtliche Fragen schneller zu lösen, etwa bei der Anerkennung von Versicherungs- oder Rentenzeiten anhand von Dokumenten aus russischen Archiven. Darüber hinaus einigen sich beide Seiten auf gemeinsame Besuche bei Kriegsgefangenen in Russland und in der Ukraine, den Austausch von Listen mit Personen, die zur Übergabe bereitstehen, sowie die Fortsetzung der Weiterleitung von Briefen und Paketen von Angehörigen. |
| Russland | 07.06.2026 | Bei einem russischen Drohnenangriff wird ukrainischen Angaben zufolge ein Gebäude des zentralen Lagers für alte Brennelemente in der Sperrzone des Kernkraftwerks in Tschernobyl beschädigt. Das betroffene Gebäude dient der Annahme von Lagerbehältern, radioaktive Brennelemente waren dort nicht untergebracht. Die Internationale Atom-Energie-Organisation (IAEA) bestätigt erhebliche Schäden an dem Gebäude und kündigt eine Inspektion an. Der IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi bezeichnet den Vorfall als äußerst besorgniserregend. |
| Russland | 07.06.2026 | Am Flughafen in Sotschi kommt es aufgrund ukrainischer Drohnenangriffe zu erheblichen Störungen. Dutzende Flüge sind verspätet oder werden gestrichen, tausende Passagiere sitzen zeitweise im Flughafen fest. Ein Teil der Flüge wurde auf andere Flughäfen wie Astrachan umgeleitet. Eine ähnliche Situation hatte es bereits Anfang Mai auf den Moskauer Flughäfen Scheremetjewo und Domodedowo gegeben, als rund 1.000 Abflüge und mehr als 1.200 Ankünfte verspätet waren. |
| Russland | 07.06.2026 | Der von Russland eingesetzte Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, kündigt aufgrund des anhaltenden Kraftstoffmangels ein neues System zur Abgabe von Benzin über personalisierte QR-Codes an. Jede:r Einwohner:in erhält einen Code, der zum Kauf von 20 Litern Kraftstoff für dasselbe Fahrzeug innerhalb von sieben Kalendertagen berechtigt. Die täglich verfügbaren Codes, die der jeweils verfügbaren Menge an Benzin entsprechen, waren bereits wenige Stunden nach Freischaltung ausgeschöpft. Auch in Moskau und verschiedenen nordrussischen Regionen haben Tankstellen begonnen, den Kauf von Diesel und Benzin zu beschränken. Als Ursache der Krise gelten ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien und die Treibstofflogistik. |
| Russland | 06.06.2026 | Der russische Präsident Wladimir Putin lehnt das Angebot eines direkten Treffens zur Beendigung des Krieges, das der ukrainische Präsidente Wolodymyr Selenskyj in einen offenen Brief gemacht hatte, ab und erklärt beim Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg, er sehe „keinen Sinn“ in einem solchen Gespräch. Stattdessen empfängt Putin den früheren deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder und bringt ihn als möglichen Vermittler zwischen Russland und der Ukraine ins Spiel, was international auf Skepsis stößt. Selenskyj bedauert die Absage und erklärt in einer Videobotschaft, die russische Seite entscheide sich erneut für den Krieg. Zwei Tage zuvor hatte Putin erklärt, er sei grundsätzlich zu einem Dialog mit Europa über ein Ende des Krieges gegen die Ukraine bereit, knüpfte dies aber an Bedingungen. Putin bekräftigte zugleich seine Forderung, dass Russland die vollständige Kontrolle über die Gebiete Donezk und Luhansk erhalten müsse; diese Maximalposition stellte er als Voraussetzung für eine Friedensregelung dar. Er sagte, Russland sei „zweifellos“ bereit, mit der Ukraine eine Vereinbarung zu schließen, die Grundlage dafür müssten jedoch bereits bestehende, von ihm nicht näher erläuterte Abmachungen von Anchorage sein, denen auch die ukrainische Seite zustimmen müsse. |
| Russland | 06.06.2026 | Auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg erklärt sich der russische Präsident Wladimir Putin grundsätzlich offen für Gespräche über ein Ende des Krieges gegen die Ukraine, erteilt jedoch einem direkten Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erneut eine Absage. Selenskyj bedauert die Ablehnung und fordert erneut stärkeren internationalen Druck auf Russland. Deutschland, die EU sowie die USA begrüßten dagegen die ukrainische Initiative zu direkten Verhandlungen. Parallel empfängt Putin den ehemaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder im Kreml. Zuvor hatte Putin Schröder als möglichen europäischen Vermittler genannt. |
| Russland | 05.06.2026 | Das russische Verteidigungsministerium teilt mit, dass es unter Vermittlung der Vereinigten Arabischen Emirate erneut zu einem Gefangenenaustausch mit der Ukraine gekommen sei. Jeweils 185 Gefangene kehrten in ihre Heimat zurück. Zusätzlich wurden mehrere Zivilist:innen auf beiden Seiten zurückgeführt. Nach ukrainischen Angaben befand sich mehr als die Hälfte der freigelassenen Soldat:innen seit 2022 in Gefangenschaft, darunter Kämpfer:innen aus Mariupol. Der Austausch ist Teil einer größeren Serie von Gefangenenfreilassungen, die seit Mai schrittweise umgesetzt werden. |
| Russland | 05.06.2026 | In Sankt Petersburg wird das Internationale Wirtschaftsforum unter dem Eindruck ukrainischer Drohnenangriffe auf ein nahe gelegenes Öllager und einen Marine-Stützpunkt eröffnet. Zum Forum werden rund 20.000 Teilnehmer:innen aus 130 Ländern erwartet. Auch aus Deutschland werden erstmals seit Beginn des großflächigen Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine im Februar 2022 wieder Unternehmen erwartet. Zudem reisten AfD-Bundestagsabgeordnete an. In der deutschen Öffentlichkeit wird dies als sicherheitspolitisch problematisch und als Signal zugunsten Russlands bewertet. Auch die Beteiligung deutscher Wirtschaftsvertreter:innen wird kontrovers diskutiert. Der russische Präsident Wladimir Putin zeigt sich selbstbewusst und erklärt die westlichen Sanktionen als gescheitert. Er erklärt erneut, Russland werde im Krieg gegen die Ukraine nicht nachgeben. |
| Russland | 03.06.2026 | Im Mai erhält der Staatshaushalt 678,9 Milliarden Rubel (etwa 8 Mrd. Euro) aus Öl und Gas, 34 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und rund 70 Prozent mehr als im Januar und Februar; dennoch liegen die zusätzlichen Einnahmen, die in den Nationalen Wohlfahrtsfonds fließen sollen, mit 208 Milliarden Rubel (etwa 2,5 Mrd. Euro) etwa ein Drittel unter der Prognose von 330 Milliarden Rubel (etwa 3,9 Mrd. Euro). Trotz eines durchschnittlichen Ölpreises von 95 US Dollar pro Barrel, dem höchsten Stand seit 2014, nimmt der Haushalt damit weniger ein als 2024, als bei einem Ölpreis von etwa 70 US Dollar monatlich 700 bis 800 Milliarden Rubel (etwa 8 bis 9 Mrd. Euro) hereinkamen. Der Geschäftsführer der Investmentgesellschaft „Arikapital“, Alexej Tretjakow, stellt fest, dass der Haushalt weiterhin „Steuern nicht vollständig einnimmt“, weil ein erheblicher Teil der Einnahmen über Subventionen an die Ölkonzerne zurückfließt. Von rund 1 Billion Rubel (etwa 11 Mrd. Euro), die über die Steuer auf Gewin-ne aus Bodenschätzen eingenommen werden, werden nach Angaben des Finanzministeriums etwa ein Drittel wieder an die Unternehmen ausgezahlt – 204 Milliarden Rubel (etwa 2,4 Mrd. Euro) über den sogenannten Kraftstoff-Dämpfer (eine Ausgleichszahlung) und 153 Milliarden Rubel (etwa 1,8 Mrd. Euro) über einen rückwirkenden Verbrauchssteuermechanismus. Kumuliert liegen die Öl und Gaseinnahmen des Haushalts für die ersten fünf Monate des Jahres mit 2,98 Billionen Rubel (etwa 35 Mrd. Euro) weiterhin etwa 30 Prozent unter dem Vorjahresniveau von 4,24 Billionen Rubel (etwa 50 Mrd. Euro); die Regierung stuft die damit erzielten zusätzlichen Einnahmen als unzureichend ein, um die stark gestiegenen Ausgaben für „Sicherheit“ zu decken, die fast 40 Prozent des Staatshaushalts ausmachen und unter anderem die Budgets von Innenministerium, Nationalgarde und FSB umfassen. |
| Russland | 03.06.2026 | Das St. Petersburger Internationale Wirtschaftsforum eröffnet, während in der Nähe der Stadt nach ukrainischen Drohnenangriffen auf ein Ölterminal und militärische Ziele schwarzer Rauch aufsteigt. Laut Behörden verursachen die Angriffe Brände und Schäden an Energie‑ und Militärinfrastruktur, die russische Seite spricht dennoch von einem „normalen“ Ablauf des Forums. An dem Forum nehmen mehrere deutsche Unternehmen sowie Vertreter:innen der AfD teil. Kritiker:innen verweisen darauf, dass die Präsenz westlicher Firmen dem Kreml ein Bild wirtschaftlicher Normalität vermitteln könnte, obwohl Russland wegen des Angriffskrieges weitgehend isoliert ist. Auch die Teilnahme internationaler Gäste suggeriere internationale Verflechtung. Auf dem Forum ruft Präsident Wladimir Putin russische Unternehmen dazu auf, ihre Zentralen oder wichtige Aktivitäten aus Moskau in andere Regionen zu verlagern, um die Verwundbarkeit der Hauptstadt durch ukrainische Angriffe zu verringern und regionale Zentren zu stärken. Auch das Ende des Forums wird von ukrainischen Drohnenangriffen auf St. Petersburg begleitet. |
| Russland | 02.06.2026 | Einige der reichsten Unternehmer Russlands leisten nach Angaben des russischen Wirtschaftsmagazins „Expert“ freiwillige Zahlungen von insge-samt rund 220 Milliarden Rubel (etwa 3 Milliarden US Dollar) an den Staatshaushalt, um das wachsende Haushaltsdefizit zu stützen. Diese Summe ist fast 130 mal so hoch wie die 1,7 Milliarden Rubel, die im Haushalt ursprünglich als „freiwillige“ Beiträge nichtstaatlicher Organisa-tionen für das gesamte Jahr 2026 vorgesehen waren. |
| Russland | 01.06.2026 | Die russische Regierung kündigt ein Exportverbot für Kerosin an. Hintergrund sind die Angriffe der ukrainischen Armee auf russische Raffinerien, die zu Produktionsrückgängen führen. Das Verbot ist zunächst befristet bis Ende November. Die Regierung erklärt, die Maßnahme diene dazu, die Stabilität des inländischen Kraftstoffmarktes sicherzustellen. Von dem Verbot ausgenommen sind Lieferungen in Staaten, mit denen Russland aktive zwischenstaatliche Abkommen unterhält. |
| Russland | 29.05.2026 | Nach dem Absturz einer Drohne auf ein Wohngebäude in der rumänischen Grenzstadt Galati mit zwei Verletzten verschärfen sich die Spannungen zwischen Rumänien und Russland. Rumänien identifiziert die Drohne als russische Geran-2 und schliesst als Reaktion das russische Konsultat in Constanța. Das Verteidigungsministeriums erklärt, die Drohne sei Teil eines russischen Angriffs auf zivile und Infrastrukturobjekte in der Ukraine nahe der Donaugrenze gewesen und habe dabei den rumänischen Luftraum verletzt, nachdem die ukrainische Armee zuvor vor einer Gruppe russischer Drohnen in Richtung der ukrainischen Stadt Reni gewarnt hatte; die Entfernung zwischen Reni und Galati beträgt etwa 21 Kilometer. Der russische Präsident Wladimir Putin bestreitet den Vorfall und erklärt, es könne sich auch um eine ukrainische Drohne gehandelt haben. Rumänien informiert die NATO über den Vorfall und fordert zusätzliche Fähigkeiten zur Drohnenabwehr. Die Allianz sichert dem Mitgliedstaat ihre Unterstützung zu. Bereits am 25. April war in der Nähe von Galati eine russische Drohne auf das Gelände eines landwirtschaftlichen Betriebs gestürzt. |
| Russland | 27.05.2026 | Das russische Ministerium für digitale Entwicklung weitet die Überwachungsvorgaben für Telekommunikationsdienstleister aus. Betreiber:innen müssen künftig zusätzliche personenbezogene Daten wie Passangaben, Bankverbindungen, IP-Adressen und Geodaten an Sicherheitsbehörden übermitteln. Zur Umsetzung der neuen Anforderungen ist die Modernisierung der technischen Infrastruktur der Unternehmen notwendig. Insbesondere kleinere Anbieter werden dadurch finanziell belastet. Die Maßnahme ist Teil der fortschreitenden Ausweitung staatlicher Kontroll- und Überwachungsmöglichkeiten im russischen Kommunikationsnetz. |
| Russland | 27.05.2026 | Am Rande eines internationalen Sicherheitsforums nahe Moskau unterzeichnen Russland und die Afghanistan kontrollierenden Taliban ein Abkommen über militärisch-technische Zusammenarbeit. Details zu dem Abkommen wurden nicht bekannt. Beide Seiten betonten den Ausbau ihrer Beziehungen. Zwei Wochen zuvor hatte der Sekretär des russischen Sicherheitsrates, Sergej Schoigu, auf einem Gipfeltreffen der „Shanghai Cooperation Organisation“ in Kirgistan erklärt, Russland lehne eine Rückkehr ausländischer Militärinfrastruktur nach Afghanistan oder in Nachbarstaaten ab. Zugleich sprach er von einem „pragmatischen Dialog“ mit den Taliban zur Förderung regionaler Sicherheit und wirtschaftlicher Entwicklung. |
| Russland | 27.05.2026 | Bei ukrainischen Luftangriffen auf mehrere russische Regionen sowie die von Russland annektierte Krim wurden nach russischen Angaben militärische und infrastrukturelle Ziele getroffen. In Taganrog kam es nahe eines Flugzeugreparaturwerks zu einem Brand, zwei Menschen wurden durch Trümmer verletzt. Weitere Angriffe richteten sich laut offiziellen Berichten gegen den Militärflugplatz in Baltimor bei Woronesh, das Ölterminal von Tuapse sowie Einrichtungen in Sewastopol, darunter ein Gebäude der russischen Zentralbank. Das russische Verteidigungsministerium meldete den Abschuss von 140 ukrainischen Drohnen in sieben Regionen und auf der Krim. |
| Russland | 26.05.2026 | Die deutsche Bundesregierung bestellt den russischen Botschafter Sergej Netschajew ins Auswärtige Amt ein. Anlass sind die jüngsten Angriffe Russlands auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw sowie Drohungen gegen dort ansässige ausländische Botschaften und internationale Organisationen. Das Auswärtige Amt verweist auf Angriffe auf Krankenhäuser, Schulen, deutsche TV‑Studios. Deutschland erklärt, man lasse sich von russischen Drohungen nicht einschüchtern und werde die Ukraine weiterhin unterstützen. Auch die Europäische Union bestellt den russischen Geschäftsträger in Brüssel ein und bezeichnete die Warnungen an ausländische Diplomat:innen als „inakzeptable Eskalation“. |
| Russland | 26.05.2026 | Der russische Präsident Wladimir Putin unterzeichnet ein Dekret, das neuen Vertragskämpfer:innen und ihren Ehepartner:innen einen Schuldenerlass von bis zu zehn Millionen Rubel (etwa 116.000 Euro) gewährt. Voraussetzung ist ein ab dem 01. Mai 2026 geschlossener Vertrag mit dem russischen Militär mit einer Laufzeit von mindestens einem Jahr sowie bereits bestehende Schuldenforderungen. Zudem werden die Pachtrechte für staatliches Land von Kriegsteilnehmer:innen auf unbestimmte Zeit verlängert. |
| Russland | 25.05.2026 | Das russische Außenministerium kündigt weitere Angriffe auf Kyjiw an. Diese seien Teil einer Vergeltungskampagne für ukrainische Angriffe auf die von Russland besetzte ukrainische Region Luhansk. Dabei seien am 22. Mai eine Berufsschule und ein Wohnheim in Starobilsk getroffen worden. Ziel der russischen Angriffe seien militärische und politische Ziele in der ukrainischen Hauptstadt. Russland forderte ausländische Diplomat:innen und Mitarbeiter:innen internationaler Organisationen auf, Kyjiw zu verlassen. Die ukrainische Militärführung dementiert die russische Darstellung des Vorfalls in Starobilsk. |
| Russland | 24.05.2026 | Russland greift die Ukraine mit rund 600 Drohnen und 90 Raketen an. Schwerpunkt der Angriffe ist die ukrainische Hauptstadt Kyjiw. Mehrere Menschen werden getötet, zahlreiche weitere schwer verletzt. Ein Einkaufszentrum sowie Teile des historischen Stadtzentrums werden beschädigt. Auch das ARD-Studio sowie das Studio der „Deutschen Welle“ werden teilweise zerstört. Nach Einschätzungen von Expert:innen ist dieser Angriff der größte seit vergangenem Sommer. |
| Russland | 22.05.2026 | Der Ausschuss für Staatsaufbau und Gesetzgebung der russischen Staatsduma empfiehlt die Annahme eines Gesetzesentwurfs in zweiter Lesung, der die Verfolgung von im Ausland lebenden russischen Staatsangehörigen ermöglichen soll, wenn diese gegen die verfassungsmäßige Ordnung sowie die staatliche und öffentliche Sicherheit Russlands verstoßen. Zu den im Gesetz festgehaltenen Delikten gehören Verstöße gegen das sogenannte „Agentengesetz“, Aufrufe zu „Extremismus und Terrorismus“, die öffentliche Gleichsetzung der Handlungen der sowjetischen Führung mit denen des nationalsozialistischen Deutschlands sowie weitere Tatbestände. Als Sicherungsmaßnahme sieht der Entwurf die Möglichkeit vor, Vermögen von ins Ausland verzogenen Russ:innen zu beschlagnahmen. |
| Russland | 21.05.2026 | Der russische Präsident Wladimir Putin besucht seinen chinesischen Amtskollegen Xi Jinping. Auf dem Treffen bekräftigen beide die strategische Partnerschaft ihrer Länder und unterzeichnen zahlreiche Abkommen. Beide Staaten betonten ihre Zusammenarbeit in Wirtschafts- und Sicherheitsfragen sowie ihre gemeinsame Kritik an den USA und Israel. Bei der Frage nach einer neuen Gaspipeline nach Nordchina gab es jedoch weiterhin keine Einigung. |
| Russland | 18.05.2026 | Russland und Belarus beginnen gemeinsame militärische Übungen, bei denen der Kampfeinsatz taktischer Atomwaffen geprobt wird. Nach Angaben des belarussischen Verteidigungsministeriums liegt der Schwerpunkt der Ausbildung auf Maßnahmen zur Tarnung, auf weiträumigen Verlegungen sowie auf der Berechnung des Einsatzes von Kräften und Mitteln. Die belarussische Seite betont, die Übung sei planmäßig, richte sich nicht gegen Drittstaaten und stelle keine Bedrohung für die regionale Sicherheit dar. Das russische Verteidigungsministerium äußert sich zunächst nicht zu dem Manöver. |
| Russland | 18.05.2026 | Der russische Vizepremierminister Marat Chusnullin erklärt, die russische Wohnungsbaubranche stehe vor einer Krise. Der Stabilitätspuffer, der bis Mitte 2024 durch staatlich geförderte Hypotheken aufgebaut worden sei, sei aufgebraucht. Die Hypothekenvergabe geht nach der Verschärfung staatlicher Förderprogramme zurück. Zuletzt waren im Februar 2026 die Bedingungen für die staatliche geförderte Familienhypothek verschärft worden. Im ersten Quartal 2026 sank die Fertigstellung von Wohnungen gegenüber dem Vorjahr um mehr als 28 Prozent, auch die Zahl neuer Bauprojekte ging deutlich zurück. |
| Russland | 18.05.2026 | Die USA verlängern die Ausnahmeregelung für den Handel mit bereits verschifftem russischem Öl um weitere 30 Tage. Die Maßnahme gilt auch für Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte. Ausgenommen bleiben Lieferungen an Iran, Kuba, Nordkorea sowie von Russland besetzte ukrainische Gebiete. Als Grund nannte Washington die hohen Energiepreise infolge der blockierten Straße von Hormus. Die Regelung solle besonders betroffenen Staaten weiterhin den Zugang zu russischem Öl ermöglichen. |
| Russland | 17.05.2026 | Präsident Wladimir Putin unterzeichnet einen Erlass, der Einwohner:innen der abtrünnigen moldauischen Region Transnistrien den Zugang zur russischen Staatsbürgerschaft deutlich erleichtert. Künftig können Menschen ab 18 Jahren einen russischen Pass erhalten, ohne die bisher übliche fünfjährige Wohnsitzpflicht in Russland zu erfüllen, Sprachprüfungen in Russisch abzulegen oder Kenntnisse über Geschichte und Staatsbürgerkunde nachzuweisen. Nach Schätzungen besitzen bereits jetzt rund 200.000 bis 250.000 der etwa 450.000 Einwohner:innen Transnistriens die russische Staatsbürgerschaft. Mit dem Dekret verstärkt Moskau den politischen Druck auf die Republik Moldau und folgt einem Muster, das zuvor bereits in anderen von Russland beeinflussten Konfliktregionen wie dem Donbass, Abchasien und Südossetien angewandt wurde. In Reaktion darauf kritisiert die Präsidentin der Republik Moldau, Maia Sandu, den Erlass scharf und stellt einen Zusammenhang zur Rekrutierung von Soldat:innen für den Krieg gegen die Ukraine her. Sie warnt, dass die Maßnahme die Sicherheitslage in Moldau weiter verschärfe und verweist darauf, dass Russland in der Vergangenheit wiederholt den Schutz eigener Staatsbürger:innen als Begründung für militärische Schritte in anderen Ländern angeführt hat. |
| Russland | 17.05.2026 | In der Nacht greift die Ukraine mit einem massiven Drohnenangriff die Region Moskau an und trifft nach Angaben russischer Behörden mehrere Energieanlagen, einen Betrieb der Rüstungsindustrie und den Flughafen Scheremetjewo. Die russische Luftabwehr meldet die Abwehr von mehr als 500 Drohnen. Betroffen sind 14 Regionen, hauptsächlich rund um die Hauptstadt, so das Verteidigungsministerium. In der Oblast Moskau kommen mindestens drei Menschen ums Leben, zahlreiche weitere werden verletzt. In Belgorod trifft eine Drohne nach Angaben der örtlichen Behörden einen Lastkraftwagen und tötet dabei einen Menschen. Die ukrainische Seite erklärt, sie nehme militärische und energie wirtschaftliche Infrastruktur in Russland ins Visier, weil diese direkt zur Fortführung des Angriffskriegs gegen die Ukraine beitrage. Zuvor hatte ein ukrainischer Drohnenangriff in der Nacht zum 15. Mai die von Rosneft betriebene Erdölraffinerie bei Rjasan in Brand gesetzt und dabei mindestens vier Menschen getötet sowie Dutzende verletzt. Tage zuvor starben in Kyjiw mindestens 24 Menschen durch einen Luftangriff der russischen Seite. Staatsmedien berichten kaum über die Angriffe. Trotz eines Verbots, Bilder und Videos der Angriffe und Schäden zu veröffentlichen, werden sie in sozialen Medien geteilt. |
| Russland | 15.05.2026 | Russland übergibt der Ukraine im Rahmen von Repatriierungsbemühungen die Leichname von 528 Personen, bei denen es sich nach Angaben der russischen Seite um gefallene ukrainische Soldat:innen handeln könnte. Die Rückführung der Leichname erfolgt einen Tag, nachdem Russland und die Ukraine jeweils 205 Kriegsgefangene austauschen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnet diesen als erste Phase eines groß angelegten Gefangenenaustauschs. Das russische Verteidigungsministerium bestätigt den Austausch und erklärt, die zurückgekehrten Soldat:innen würden nach Belarus gebracht, um sich körperlichen und psychologischen Untersuchungen zu unterziehen. |
| Russland | 14.05.2026 | Die Staatsduma wählt die 37 jährige Abgeordnete Jana Lantratowa zur neuen Menschenrechtsbeauftragten Russlands. Sie folgt auf Tatjana Moskalkowa, die das Amt seit 2016 innehatte und nach Ablauf von zwei Amtszeiten nicht mehr wiedergewählt werden kann. Lantratowa begann ihre politische Laufbahn in der Jugendorganisation von Einiges Russland, arbeitete später als Mitarbeiterin des ultra-konservativen Abgeordneten Witalij Milonow und war Mitglied des Menschenrechtsrates beim Präsidenten, bevor sie 2021 für die Partei Gerechtes Russland in die Staatsduma einzog. Sie ist für ihre Unterstützung eines verschärften Vorgehens gegen sogenannte „LGBT Propaganda“, für Forderungen nach Einschränkungen für Migrant:innen und für die Befürwortung repressiver Gesetze gegen politisch Verfolgte bekannt und wird von ukrainischen Behörden beschuldigt, an der erzwungenen Überführung von Kindern aus der besetzten Region Cherson beteiligt gewesen zu sein. Menschenrechtsverteidiger:innen bewerten ihre Ernennung als Ausdruck der weiteren Aushöhlung von Grundrechten in Russland und bezweifeln, dass sie das Amt nutzen wird, um die Lage von politisch Verfolgten oder marginalisierten Gruppen zu verbessern. |
| Russland | 13.05.2026 | Präsident Wladimir Putin entlässt die Gouverneure der russischen Grenzregionen Belgorod und Brjansk und ernennt in der Oblast Belgorod den General Alexander Schuwajew als Nachfolger von Wjatscheslaw Gladkow; Schuwajew stammt aus der Region, hat am Krieg gegen die Ukraine teilgenommen und zuvor in russischen Militäreinsätzen in Syrien, Georgien und im Nordkaukasus gekämpft. Er war erst im Januar im Rahmen des Kreml-Programms „Zeit der Held:innen“, das Kriegsveteran:innen in Regierungsämter bringt, zum stellvertretenden Gouverneur der Oblast Irkutsk ernannt worden. In der Oblast Brjansk ersetzt Jegor Kowaltschuk den Gouverneur Alexander Bogomas; Kowaltschuk leitete zuvor die von Russland eingesetzte Verwaltung im besetzten Teil der ukrainischen Oblast Luhansk und verfügt über Erfahrung im Bank- und Verwaltungssektor. Laut Präsidialverwaltung treten Gladkow und Bogomas auf eigenen Wunsch zurück, beide standen bereits vor Beginn der groß angelegten Invasion gegen die Ukraine 2022 an der Spitze ihrer Regionen. |
| Russland | 13.05.2026 | Die Umweltorganisation Greenpeace veröffentlicht eine Untersuchung, laut der europäische Unternehmen weiterhin große Mengen Flüssigerdgas aus Russland importieren und damit erhebliche Einnahmen für den russischen Staatshaushalt ermöglichen. Demnach wird russisches LNG über Terminals in mehreren EU Ländern angelandet, teilweise vor Ort verbraucht und teilweise als Transitware in Drittstaaten weiterverkauft. Trotz des politisch erklärten Ziels, die Energieabhängigkeit von Russland zu verringern, bleibt Flüssigerdgas aus Russland damit ein wichtiger Bestandteil der europäischen Gasversorgung und trägt weiter zur Finanzierung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine bei. |
| Russland | 10.05.2026 | Der russische Präsident Wladimir Putin schlägt den ehemaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder als Vermittler im Krieg Russlands gegen die Ukraine vor. Von allen europäischen Politiker:innen würde er Gespräche mit Schröder bevorzugen, sagte Putin auf einer Pressekonferenz. Schröder steht wegen seiner Nähe zu Putin und zu russischen Konzernen in der Kritik. Die deutsche Bundesregierung reagierte zurückhaltend auf den Vorschlag. Aus den Reihen der Politik kamen gemischte Reaktionen. Grüne, Linke und FDP reagierten mit Ablehnung, die AfD zeigte sich offen. |
| Russland | 09.05.2026 | Der russische Präsident Wladimir Putin erklärt in seiner Ansprache anlässlich der Parade auf dem Roten Platz zum sogenannten „Tag des Sieges“, dass der Krieg gegen die Ukraine sich seinem Ende nähere. Er kritisierte dabei erneut die westliche Unterstützung für Kyjiw und sprach von einem „gerechten Krieg“. Die Feierlichkeiten zum 9. Mai finden unter verschärften Sicherheitsmaßnahmen, ohne Militärtechnik und mit reduzierter internationaler Beteiligung statt. Als einzige:r Vertreter:in aus der Europäischen Union war der slowakische Ministerpräsident Fico zu Gast. Ihm sicherte Putin zu, dass Russland alles tun werde, um den Energiebedarf der Slowakei zu erfüllen. Die für das Wochenende vereinbarte Feuerpause zwischen Russland und der Ukraine hielten beide Seiten unterdessen nicht ein. |
| Russland | 08.05.2026 | Der russische Präsident Wladimir Putin hat für den 8. und 9. Mai eine Waffenruhe im Angriffskrieg gegen die Ukraine angeordnet, nachdem er Ende April in einem Telefonat mit dem US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump die Bereitschaft Russlands zu einer Waffenruhe rund um den 9. Mai erklärt hatte. Als Reaktion darauf kündigte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj an, die ukrainische Arme werde ab dem 6. Mai die Waffen ruhen lassen. Überraschend gaben beide Seiten am 8. Mai bekannt, dass nach einer diplomatischen Intervention von Donald Trump eine Waffenruhe bis zum 11. Mai sowie ein weiterer Gefangenenaustausch vereinbart worden sei. In der Nacht zuvor hatten russische Behörden schwere Angriffe ukrainischer Drohnen in unterschiedlichen Regionen gemeldet. Auch die ukrainische Seite meldete russische Luftangriffe. Beide Seiten setzten ihre Angriffe auch über den 9. Mai hinaus fort. |
| Russland | 08.05.2026 | Das lettische Außenministerium bestellt den russischen Geschäftsträger Dmitrij Kasatkin ein, nachdem zwei mutmaßlich ukrainische Drohnen auf lettischem Staatsgebiet abgestürzt sind. Eine der Drohnen löst dabei auf dem Gelände eines Öllagers einen kurzen Brand aus. Lettlands Verteidigungsminister geht davon aus, dass die Drohnen auf dem Weg zu Zielen in Russland waren. Das russische Verteidigungsministerium beschuldigt daraufhin die Ukraine, von lettischem Luftraum aus Drohnenangriffe auf zivile Objekte in Sankt Petersburg gestartet zu haben, was das Außenministerium in Riga als „falsche öffentliche Behauptungen“ zurückweist. In der einberufenen Unterredung warnt das Ministerium, dass der andauernde russische Krieg gegen die Ukraine Sicherheitsrisiken für die gesamte Region schaffe, und betont, Lettland habe nie erlaubt, sein Hoheitsgebiet für Angriffe auf Ziele in Russland zu nutzen. |
| Russland | 07.05.2026 | In der russischen Oblast Nowosibirsk wird die massenhafte Tötung von Nutztieren angeordnet. Offiziellen Angaben zufolge erfolgte die Anweisung aufgrund eines Ausbruchs von Pasteurellose und Tollwut. Bereits Anfang März hatte das regionale Veterinäramt auf einem landwirtschaftlichen Betrieb eines der Tiere positiv auf Maul- und Klauenseuche getestet und im Anschluss alle auf dem Hof lebenden Nutztiere getötet. Vertreter:innen des US-Landwirtschaftsministeriums sowie eines in der Region ansässigen Agrarkonzerns hatten zuvor vor dem Ausbruch der Krankheit in der Region gewarnt. Der Leiter der Abteilung für Seuchen- und Quarantänemaßnahmen, Sergej Tur, wurde Ende April erschossen aufgefunden. |
| Russland | 07.05.2026 | In einer Strafkolonie in der russischen Region Krasnodar wird Wladimir Jarozki tot aufgefunden. Offiziellen Darstellungen zufolge beging er Selbstmord. Jarozki war wegen „Verunglimpfung eines Symbols militärischen Ruhms“, der Verbreitung von „Falschinformation“ über das russische Militär und „Aufrufen zu Terrorismus“ zunächst 2023 und im weiteren Verlauf 2025 zu insgesamt fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Nach Angaben eines Mithäftlings hatte Jarozki über Druck und verschärfte Haftbedingungen geklagt. Von der Menschenrechtsorganisation „Memorial“ wurde Jarozki als politischer Gefangener eingestuft. Nach Angaben des Mediums Sotavision ist Jarozki der siebte politische Gefangene, der 2026 in Haft verstirbt. |
| Russland | 04.05.2026 | Der vom russischen Präsidenten Wladimir Putin ernannte neue Regierungschef der unabhängigen russischen Teilrepublik Dagestan, Fjodor Schtschukin, löst die Regionalregierung auf und benennt Magomed Ramsanow zum neuen Ministerpräsidenten. Putin hatte den Rücktritt von Schtschukins Vorgänger Sergej Melikow zuvor angenommen. Die Regierungsumbildung erfolgt kurz nach den schweren Überschwemmungen in der Region im März und April. |
| Russland | 30.04.2026 | Der russische Regierungsbeamte Denis Butsajew, der vor kurzem aus dem Ministerium für natürliche Ressourcen und Umwelt entlassen wurde, soll laut Medienberichten in die USA geflohen sein, um einer strafrechtlichen Verfolgung zu entgehen. Der russische Ministerpräsident Michail Mischustin hatte Butsajew am 22. April offiziell als stellvertretenden Minister entlassen. Vor seinem Wechsel in das Umweltministerium im Jahr 2025 leitete Butsajew den „Russischen Umweltoperator“, ein staatliches Unternehmen zur Umsetzung der russischen Abfallreform. Gegen den Verwaltungsdirektor des Unternehmens sowie zwei weitere leitende Mitarbeiter:innen wird wegen Betrugs ermittelt. Butsajew gilt in diesem Zusammenhang als relevant für die Ermittlungen. |
| Russland | 30.04.2026 | Die russische Regierung verbietet die Einfuhr ausländischer Satellitenkommunikationsgeräte, darunter „Starlink“-Terminals, ohne Genehmigung der staatlichen Frequenzkommission. Hintergrund sind verschärfte staatliche Kontrollen des Internets. Seit 2025 kommt es in zahlreichen russischen Regionen zu wiederholten Abschaltungen des mobilen Internets. Beobachter:innen sehen darin einen Ausbau staatlicher Kontrollmechanismen. |
| Russland | 30.04.2026 | Der russische Internetkonzern „vkontakte“ erhielt im Jahr 2025 staatliche Zuschüsse von 43,5 Milliarden Rubel (etwa 495 Millionen Euro), vor allem für den Ausbau einer nationalen Videoplattform und des Messengers „Max“. Die Förderung ist Teil russischer Bemühungen, westliche Onlinedienste durch staatlich unterstützte Alternativen zu ersetzen. Die Zuwendung an „vkontakte“ entsprach fast zehn Prozent der Gesamtausgaben des Digitalministeriums. Trotz der staatlichen Unterstützung verzeichnet „vkontakte“ seit Jahren Verluste. |
| Russland | 30.04.2026 | Der russische Präsident Wladimir Putin kündigt den Rücktritt des amtierenden Präsidenten der russische Teilrepublik Dagestan, Sergej Melikow, an. Melikow war seit 2020 im Amt und wird bei den anstehenden Gouverneurswahlen im September nicht mehr antreten. Als mögliche Nachfolger sind Fjodor Schuschkin, Vorsitzender des Obersten Gerichtshofs in Dagestan und Magomed Ramsanow, stellvertretender Bevollmächtigter des Präsidenten im Fernöstlichen Föderationskreis, im Gespräch. In welches Amt Melikow wechseln könnte, dazu äußerte sich Putin nicht. |
| Russland | 30.04.2026 | Die Verarbeitung von Rohöl in russischen Raffinerien ist als Folge ukrainischer Drohnenangriffe von der Region Leningrad bis zum Ural auf den niedrigsten Stand seit 2009 gefallen. Das berichtet die US-amerikanische Nachrichtenagentur „Bloomberg“. Die Raffinerieverarbeitung in Russland sank auf 4,69 Millionen Barrel pro Tag. Im Vergleich zum Jahresbeginn entspricht dies einem Rückgang um elf Prozent, im Jahresvergleich um zwölf Prozent. Gegenüber dem Vorkriegsjahr 2021 sind es 18 Prozent weniger. Im April wurden laut Berichten mindestens 21 Angriffe auf russische Ölinfrastruktur registriert. Betroffen waren unter anderem Raffinerien sowie wichtige Exporthäfen an der Ostsee und am Schwarzen Meer. |
| Russland | 29.04.2026 | Die russische Oblast Belgorod stellt Entschädigungszahlungen für bei Angriffen beschädigte Fahrzeuge wegen fehlender Mittel ein. Betroffene berichten zudem über Verzögerungen und Ablehnungen von weiteren Entschädigungen. Auch Zahlungen für Geflüchtete aus Grenzgebieten zur Ukraine sowie Sonderzulagen für Beschäftigte im öffentlichen Dienst werden zeitweise ausgesetzt. Hintergrund ist die angespannte Haushaltslage in der Region. |
| Russland | 27.04.2026 | Der deutsche Botschafter in Russland, Alexander Graf Lambsdorff, wird ins russische Außenministerium einbestellt. Hintergrund sind Vorwürfe gegen den CDU-Politiker Roderich Kiesewetter, der sich in Kyjiw mit Vertreter:innen der von Russland verbotenen „Tschetschenischen Republik Itschkerien“ getroffen hat. Moskau wertete das Treffen als Einmischung in innere Angelegenheiten und als Unterstützung extremistischer Aktivitäten. Kiesewetter wies die Vorwürfe zurück und verteidigte das Treffen. Das deutsche Auswärtige Amt bezeichnet die russischen Anschuldigungen als unbegründet. |
| Russland | 24.04.2026 | Die Ukraine und Russland lassen jeweils 193 Kriegsgefangene frei. Vertreter:innen der ukrainischen Regierung bezeichneten den Austausch als „Fortsetzung“ einer bereits Anfang des Monats durchgeführten Austauschaktion, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten vermittelt worden war. Bereits im März hatten Russland und die Ukraine jeweils 500 Gefangene freigelassen. |
| Russland | 23.04.2026 | Der russische Präsident Wladimir Putin verteidigt die Einschränkungen des mobilen Datenverkehrs als notwendige Maßnahme zum Schutz vor „terroristischen Anschlägen“. Zeitgleich wies er die Forderung nach einer vorherigen Information der Öffentlichkeit zurück. Seit Beginn des großflächigen Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine sind Beschränkungen des mobilen Internets häufiger geworden, in vielen Regionen treten die Ausfälle täglich auf. Putin forderte die Sicherheitsbehörden auf, „die notwendige Flexibilität und Professionalität“ zu zeigen und die Interessen der Bürger:innen zu berücksichtigen, betonte jedoch, dass Sicherheit oberste Priorität habe. |
| Russland | 23.04.2026 | Die Europäische Union beschließt weitere Sanktionen gegen Russland und gibt gleichzeitig ein Darlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine frei. Zuvor hatten Ungarn und die Slowakei ihr Veto nach der Wiederaufnahme russischer Öllieferungen aufgehoben. Die Maßnahmen richten sich insbesondere gegen den Energie- und Schifffahrtssektor, Banken sowie Unternehmen im In- und Ausland, die Russland unterstützen. Zudem wurden Exportbeschränkungen ausgeweitet und weitere Personen sanktioniert. EU-Unternehmen erhalten außerdem das Recht, vor europäischen Gerichten Schadensersatz für in Russland enteignete Vermögenswerte einzuklagen. |
| Russland | 22.04.2026 | Russland bestätigt den Stopp der Durchleitung kasachischen Öls nach Deutschland. Begründet wird dieser Schritt mit „technischen Kapazitäten“. Die Lieferungen sollen vorübergehend über alternative Transportwege umgeleitet werden. Als mögliche Ursache werden außerdem Schäden an der Infrastruktur infolge ukrainischer Angriffe genannt. Eine spätere Wiederaufnahme der Lieferungen gilt als unwahrscheinlich. |
| Russland | 21.04.2026 | Die Justizbehörde am Obersten Gerichtshof Russlands veröffentlicht die Daten zu Verurteilungen des Jahres 2025 nicht fristgerecht und entfernt auch die Daten aus früheren Jahren bis einschließlich 2005 von der Website. Begründet wird dies mit Änderungen an den Veröffentlichungsregeln. Details und Zeitpunkt für eine erneute Veröffentlichung werden nicht genannt. Zuvor hatten Statistiken unter anderem eine steigende Anzahl an Verurteilungen wegen Hochverrats sowie Fälle von Strafbefreiung wegen der Teilnahme am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ausgewiesen. |
| Russland | 20.04.2026 | Die russische Zentralbank hat seit Anfang 2026 rund 21,7 Tonnen Gold verkauft, um damit das wachsende Haushaltsdefizit auszugleichen. Hintergrund sind sinkende Einnahmen aus dem Energieexport sowie steigende Staatsausgaben. Die Goldreserven Russlands belaufen sich zum 01. April 2026 auf 74,1 Millionen Feinunzen. Dies entspricht einem Rückgang um 0,7 Millionen Unzen seit Jahresbeginn. |
| Russland | 20.04.2026 | Die deutsche Bundesregierung bestellt den russischen Botschafter Sergej Netschajew ins Auswärtige Amt ein. Anlass sind Drohungen aus Moskau gegen in Deutschlang ansässige Rüstungsunternehmen. Hintergrund ist die Veröffentlichung von Firmenadressen durch das russische Verteidigungsministerium als Reaktion auf angekündigte deutsche Drohnenlieferungen an die Ukraine. Die Bundesregierung wertet dies als Einschüchterungsversuch. |
| Russland | 18.04.2026 | Die USA verlängern die seit März 2026 bestehenden Lockerungen von Sanktionen für russisches Öl um einen Monat bis zum 16. Mai 2026. Hintergrund sind gestiegene Energiepreise aufgrund des Angriffs der USA auf den Iran. Die Regelung erlaubt weiterhin den Verkauf und die Lieferung von bereits verschifften russischen Ölprodukten, einschließlich Transporten der sogenannten russischen „Schattenflotte“. Ausgenommen sind Lieferungen an den Iran, Kuba und Nordkorea sowie von Russland besetzte Gebiete in der Ukraine. |
| Russland | 16.04.2026 | Das russische Verteidigungsministerium veröffentlicht eine Liste von Unternehmen in der EU, der Türkei und Israel, die nach Angaben russischer Behörden an der Produktion von Drohnen für die ukrainische Armee beteiligt sind. Das Ministerium erklärte, die Veröffentlichung diene dazu, die „europäische Öffentlichkeit“ über die Risiken zu informieren, die mit der Beteiligung von Unternehmen an Waffenlieferungen an Kyjiw verbunden seien. Die Erklärung erfolgte nach einem Treffen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz am 14. April in Berlin. Dabei wurde ein Verteidigungspaket im Umfang von vier Milliarden Euro vereinbart, einschließlich der Finanzierung von Raketenlieferungen für Luftverteidigungssysteme vom Typ „Patriot“. |
| Russland | 16.04.2026 | Bei einem russischen Luftangriff auf die Ukraine mit mehr als 40 Raketen und rund 700 Drohnen kommen nach ukrainischen Angaben landesweit mindestens 18 Menschen ums Leben, rund 100 weitere werden verletzt. Besonders betroffen sind die Großstädte Kyjiw, Odessa und Dnipro. Ukrainische Politiker:innen bewerten die Angriffe als gezielten Terror gegen die Zivilbevölkerung und sprechen von möglichen Kriegsverbrechen. Der Angriff erfolgte vor dem Hintergrund eines Mangels an Flugabwehrraketen, den Präsident Wolodymyr Selenskyj zuvor beklagt hatte. |
| Russland | 15.04.2026 | Die Außenministerien Russlands und Aserbaidschans teilen in einer gemeinsamen Erklärung mit, eine Entschädigungsvereinbarung im Fall der im Dezember 2024 auf dem Weg von Baku nach Grosnyj durch die russische Luftabwehr abgeschossene Passagiermaschine abgeschlossen zu haben. Es sei eine angemessene Regelung zur Zahlung von Entschädigungen erzielt worden. Zugleich erkennt die Vereinbarung offiziell an, dass der Absturz auf einen unbeabsichtigten Treffer durch ein russisches Luftabwehrsystem zurückzuführen sei. Kurz nach dem Vorfall, bei dem 38 Menschen ums Leben kamen, hatte Russland zunächst versucht, die Verantwortung zurückzuweisen. Dies löste scharfe Kritik der aserbaidschanischen Führung aus. |
| Russland | 14.04.2026 | Die russische Staatsduma verabschiedet ein Gesetz, das kleine Unternehmen im Lebensmittel- und Gastronomiebereich bis Ende 2026 von der Umsatzsteuerpflicht befreit. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, so würde damit ein Teil der Steuerreform aus Januar 2026 rückgängig gemacht werden, die eine Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes von 20 auf 22 Prozent vorsah. Zugleich wurde die Einkommensgrenze gesenkt, ab der kleine Unternehmen mehrwertsteuerpflichtig sind. Die Gesetzesänderung geht auf einen Vorschlag des russischen Finanzministeriums zurück, das damit drohende Betriebsschließungen abwenden will. |
| Russland | 14.04.2026 | Die russische Staatsduma verabschiedet in erster Lesung ein Gesetz, das die Befugnisse des Präsidenten zur Entsendung von Truppen ins Ausland zum „Schutz der Rechte russischer Bürger:innen“ ausweitet. Auf Grundlage dieses Gesetzes könnte der russische Präsident in Zukunft die russische Armee auch dann im Ausland einsetzen, wenn dort russische Staatsbürger:innen festgenommen oder strafrechtlich verfolgt würden. Insbesondere geht es um Maßnahmen ausländischer Gerichte, die „ohne Beteiligung Russlands“ handeln sowie um internationale Gerichte, die Russland nicht anerkennt. Am 13.05.2026 wird das Gesetz in dritter Lesung von der Duma angenommen. |
| Russland | 13.04.2026 | Einem Bericht des unabhängigen russischen Online-Mediums „Gazeta.ru“ zufolge, beginnen russische Regionen, den Leiter:innen staatlicher und öffentlich finanzierter Organisationen mit Entlassung zu drohen, sollten sie die Vorgaben zur Rekrutierung Freiwilliger für einen Einsatz im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht erfüllen. Die Vorgaben liegen zwischen zehn und 40 Personen im Monat. Die Anwerbung geschieht über unterschiedliche Kanäle, teils auch durch Dienstreisen in andere Regionen. Gleichzeitig ist ein Markt von Vermittler:innen entstanden. Die Zahl der Freiwilligen sinkt, viele Bewerber:innen sind gesundheitlich ungeeignet. |
| Russland | 13.04.2026 | Der Weltschwimmverband „World Aquatics“ gibt bekannt, dass russische und belarusische Schwimmer:innen künftig wieder ohne Einschränkungen an internationalen Schwimmwettkämpfen teilnehmen dürfen. Sie sind damit wieder unter eigener Flagge und in nationalen Trikots startberechtigt. Voraussetzung bleibt das Bestehen mehrerer Dopingkontrollen sowie Überprüfungen durch die Integritätseinheit des Verbands. Zugleich erhalten Russland und Belarus ihre vollen Mitgliedsrechte zurück, einschließlich der Möglichkeit, internationale Wettkämpfe auszurichten. |
| Russland | 11.04.2026 | Kurz vor dem orthodoxen Osterfest tauschen die Ukraine und Russland jeweils 175 Kriegsgefangene aus. Dies teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Die Vereinbarung sei von den Vereinigten Arabischen Emiraten vermittelt worden. Auch sieben Zivilist:innen aus der russischen Region Kursk, die sich nach russischen Angaben in ukrainischer Gefangenschaft befunden hatten, wurden freigelassen. |
| Russland | 10.04.2026 | Ein Militärgericht in Moskau verurteilt den ehemaligen stellvertretenden russischen Verteidigungsminister Pawel Popow zu 19 Jahren Haft in einem Hochsicherheitsgefängnis. Popow war von November 2013 bis Juni 2024 stellvertretender Verteidigungsminister. Seine Festnahme erfolgte im August 2024 im Rahmen umfassender Umstrukturierungsmaßnahmen im russischen Militär, die auch die Absetzung des langjährigen russischen Verteidigungsministers Sergej Schojgu sowie Ermittlungen gegen hochrangige Offizier:innen zur Folge hatte. Popow wird unter anderem wegen Betrugs, Bestechung, Amtsmissbrauch und Urkundenfälschung verurteilt. Außerdem verhängte das Gericht eine Geldstrafe von 85 Millionen Rubel (rund 953.000 Euro), entzog Popow staatliche Auszeichnungen und seinen Rang als General im Ruhestand. |
| Russland | 10.04.2026 | Sowohl die Ukraine als auch Russland melden Verstöße gegen die für das orthodoxe Osterfest vereinbarte Waffenruhe. Nach ukrainischen Angaben wurden mehrere hundert Angriffe registriert, darunter Drohnenangriffe und Bombardements. Auch russische Regionalbehörden berichteten von Angriffen durch die Ukraine. Ungeachtet der Vorwürfe bekräftigte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Einhaltung der Feuerpause und sprach sich für eine Verlängerung aus. |
| Russland | 09.04.2026 | Das Oberste Gericht in Moskau stuft die Menschenrechtsorganisation „Memorial“ als extremistisch ein und verbietet ihre Tätigkeit in Russland. Damit folgt es einem Antrag des russischen Justizministeriums. Mit dem Urteil wird es den Behörden erleichtert, Unterstützer:innen strafrechtlich zu verfolgen und Kontakte zur Organisation zu ahnden. „Memorial“ hatte seit 1989 insbesondere Verbrechen der Stalin-Zeit aufgearbeitet und zuletzt auch Menschenrechtsverletzungen im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine dokumentiert. 2022 war die Organisation mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. |
| Russland | 08.04.2026 | Die Regierung der russischen Teilrepublik Altai teilt mit, ein Bußgeld für Unternehmen einzuführen, die die festgelegten Beschäftigungsquoten für zurückgekehrte Teilnehmer:innen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine nicht erfüllen. Die Geldstrafen sollen zwischen 10.000 Rubel (rund 112 Euro) für Amtspersonen und bis zu 25.000 Rubel (rund 280 Euro) für juristische Personen liegen. Die Beschäftigungsquote für Rückkehrer:innen aus dem Krieg gegen die Ukraine liegt in der Republik Altai bei 1,2 Prozent der Belegschaft in Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten. Ähnliche Quoten gibt es in rund 30 russischen Regionen. |
| Russland | 08.04.2026 | Der staatliche Finanzkonzern VTB beginnt, das System operativer Ermittlungsmaßnahmen (SORM) zu implementieren, das die direkte Übermittlung von Kund:innendaten an den Inlandsgeheimdienst FSB und andere Strafverfolgungsbehörden ermöglicht. Nach Angaben des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Wadim Kulik ist die Einführung von SORM Voraussetzung dafür, dass Bank-Webseiten und -Apps in die „weißen Listen“ aufgenommen werden, die auch bei einer Abschaltung des Internets erreichbar bleiben. Der FSB hatte bereits im Oktober 2025 von Banken die Installation solcher Systeme verlangt und dies damit begründet, dass Kreditinstitute als „Organisatoren der Verbreitung von Informationen“ gelten, weil Nutzer:innen in ihren Online-Diensten Nachrichten austauschen können. Während Sicherheitsbehörden bislang nur im Rahmen eines eingeleiteten Strafverfahrens Zugang zu Daten über Überweisungen und Zahlungen einzelner Personen haben, erhält der FSB nach der Einführung von SORM Zugriff auf Transaktionsdaten ohne richterlichen Beschluss. Die Pflicht zur Einführung von SORM gilt ab 2027 für alle Banken; neben VTB beschaffen auch die Alfa-Bank und PSB bereits entsprechende Technik, wobei das Beschaffungsvolumen zu Jahresbeginn um 40 Prozent ansteigt. |
| Russland | 07.04.2026 | Der Preis der russischen Rohölsorte „Urals“ steigt Anfang April infolge globaler Angebotsengpässe auf über 116 US-Dollar Pro Barrel und erreicht damit den höchsten Stand seit 2013. Dies berichtet die US-amerikanische Nachrichtenagentur „Bloomberg“. Russland etabliert sich zurzeit als wichtiger alternativer Lieferant, insbesondere für asiatische Länder, die stark von Importen aus dem Nahen Osten abhängig sind. Gleichzeitig lockerten die USA vorübergehend die Sanktionen für die Lieferung und den Verkauf von russischem Rohöl und Erdölprodukten. |
| Russland | 06.04.2026 | Die Behörden der russischen Teilrepublik Dagestan melden, dass es nach schweren Überschwemmungen mindestens fünf Todesopfer gegeben habe. Das Oberhaupt der Republik sieht die Verantwortung für die erneuten Überschwemmungen in „rücksichtloser Bautätigkeit“ entlang eines Flussufers in der Hauptstadt Machatschkala. Die dort stehenden Gebäude hätten den natürlichen Wasserfluss behindert. Nach Angaben des Katastrophenschutzministeriums mussten mehr als 4.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen, nachdem ein Staudamm gebrochen war. Auch in der benachbarten Teilrepublik Tschetschenien kam es zu Schäden durch Überschwemmungen. |
| Russland | 06.04.2026 | Der ehemalige Gouverneur der russischen Region Kursk, Alexej Smirnow, ist wegen Bestechung zu 14 Jahren Haft in einer Strafkolonie sowie zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass Smirnow im Zusammenhang mit dem Bau von Verteidigungsanlagen Schmiergelder angenommen hat. Smirnow hatte zuvor gegen seinen 2025 verstorbenen Vorgänger Roman Starowojt ausgesagt und einen Deal mit der Staatsanwaltschaft geschlossen. Er bestätigte mit seiner Aussage ein System von Schmiergeldzahlungen bei Bauaufträgen. Bereits im Sommer 2024 waren mehrere ranghohe regionale Funktionsträger:innen festgenommen worden, denen die Veruntreuung von Geldern vorgeworfen wird, die für Verteidigungsmaßnahmen vorgesehen waren. Erste Haftstrafen wurden bereits verhängt. |
| Russland | 04.04.2026 | In drei grenznahen Bezirken der russischen Region Belgorod hat der Bau sogenannter Anti-Drohnen-Korridore begonnen. Dies teilte der Gouverneur der Region, Wjatscheslaw Gladkow, mit. Unterstützt werden die Arbeiten durch das russische Verteidigungsministerium. Gleichzeitig berichten Einwohner:innen weiterhin von Problemen bei Warnsystemen und eingeschränktem Zugang zu Informationen infolge technischer Störungen. |
| Russland | 02.04.2026 | Die russische Regierung weitet das Exportverbot für Benzin auf Produzenten aus, um die inländische Versorgung sicherzustellen. Hintergrund sind verstärkte ukrainische Angriffe auf Raffinerien und Ölterminals. Diese hatten zuletzt die Exportkapazitäten deutlich reduziert. Die OPEC+ kündigte an, über mögliche Anpassungen der Fördermengen zu beraten. Der russische Präsident Wladimir Putin betonte in einem Telefonat mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman die Notwendigkeit, den globalen Ölmarkt zu stabilisieren. |
| Russland | 02.04.2026 | Der Düsseldorfer Karnevalist Jacques Tilly ist von einem russischen Gericht in Abwesenheit zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Ihm wird die Verletzung religiöser Gefühle sowie die Verbreitung von Falschnachrichten über die russischen Streitkräfte vorgeworfen. Hintergrund sind satirische Karnevalswagen, die den russischen Präsidenten Wladimir Putin und den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine kritisieren. Tilly wies das Urteil zurück. Die deutsche Botschaft in Moskau kritisierte es als politisch motivierte Einschränkung der Meinungs- und Kunstfreiheit. |
| Russland | 31.03.2026 | In einem kürzlich veröffentlichten Telefongespräch aus August 2024 soll der russische Außenminister Sergej Lawrow seinen ungarischen Amtskollegen Péter Szijjártó gebeten haben, sich für die Aufhebung der EU-Sanktionen gegen die Schwester des russischen Oligarchen Alischer Usmanow einzusetzen. Die Sanktionen gegen Gulbahor Ismailowa wurden im März 2025 aufgehoben. Ungarn unterstützte im Gegenzug die Verlängerung der EU-Sanktionen gegen mehr als 2.000 russische Staatsbürger:innen. |
| Russland | 31.03.2026 | Die russische Oblast Rjasan verpflichtet Unternehmen per Erlass, eine festgelegte Zahl von Vertragskämpfer:innen für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu stellen. Grundlage sind Präsidialdekrete aus dem Jahr 2022, die den Behörden der Region weitreichende Befugnisse zur Rekrutierung von Streitkräften für die russische Armee geben. Die Oblast Rjasan ist die erste, in der Unternehmen direkt zur Rekrutierung verpflichtet werden. Die russische Regierung hat zuletzt erneut Pläne für eine neue Mobilisierung zurückgewiesen. Berichte von Expert:innen deuten jedoch darauf hin, dass die bisherigen Rekrutierungszahlen die Verluste an der Front nicht mehr ausgleichen. |
| Russland | 30.03.2026 | Der russische Energieminister Sergej Ziwiljew bestätigt, dass ein russischer Öltanker im kubanischen Hafen Matanzas angelegt habe. Er kündigte an, Russland werde die Insel weiterhin mit Energie und medizinischer Ausrüstung versorgen. Die USA blockieren seit Monaten Öllieferungen nach Kuba. US-Präsident Donald Trump erklärte, er habe die Lieferung zugelassen, da sie für die Versorgung der Bevölkerung notwendig sei. |
| Russland | 28.03.2026 | In der russischen Teilrepublik Dagestan lösen starke Regenfälle Überschwemmungen aus. Nach Angaben des regionalen Katastrophenschutzes sind 283 Orte betroffen, insgesamt rund 327.000 Einwohner:innen blieben ohne Stromversorgung. In Teilen der Städte Machatschkala, Derbent und Chassawjurt kam es auch zu Ausfällen der Wärme- und Wasserversorgung. In der Hauptstadt Machatschkala wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. |
| Russland | 27.03.2026 | Umfragen des staatlichen russischen Meinungsforschungsinstituts „WZIOM“ zufolge sinken die Zustimmungswerte für den russischen Präsidenten Wladimir Putin im März um rund zwei Prozentpunkte auf 70,1 Prozent. Auch die Zustimmung für den Premierminister und die Regierung sanken im selben Zeitraum auf 46,1 Prozent (minus 0,9) beziehungsweise 42,6 Prozent (minus 2,8). Die Zustimmung zur Präsidentschaft Putins liegt damit auf dem niedrigsten Stand seit Beginn des großflächigen Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine im Februar 2022. Auch das Vertrauen in Putin sowie die Unterstützung für die Partei des Präsidenten „Jedinaja Rossija“ (dt. „Einiges Russland“) gehen zurück. Berichten zufolge wächst in Russland die Unzufriedenheit über Einschränkungen wie die Blockade von Messengern wie „Telegram“ und Abschaltungen des mobilen Internets. |
| Russland | 27.03.2026 | Berichten des russischen Online-Mediums „The Bell“ zufolge soll der russische Präsident Wladimir Putin auf einem Kongress des Russischen Verbands der Industriellen und Unternehmer eine freiwillige Beteiligung von Unternehmen an der Finanzierung des Kriegs gegen die Ukraine vorgeschlagen haben. Dieser werde in jedem Fall weiter fortgesetzt, Russland werde mindestens die gesamte Donbass-Region erobern. Der Sprecher des Präsidenten Dmitrij Peskow dementierte diese Meldung. Der Vorschlag sei während einer Sitzung von einem Geschäftsmann geäußert worden. |
Die Chronik der Länder-Analysen
Die Chronik enthält die Originaleinträge aus den jeweiligen Ausgaben der Länder-Analysen. Sie erfasst damit Russland seit 2003 (zusätzlich gibt es eine Kurzchronik für die Sowjetunion ab 1964 bzw. Russland ab 1992), Polen und die Ukraine seit 2006, die zentralasiatischen Staaten seit 2008 und Belarus seit 2011. Die Chronikeinträge wurden jeweils zeitnah erstellt und basieren ausschließlich auf im Internet zugänglichen Quellen.
Die Umschrift von Eigennamen aus nicht-lateinischen Schriftsystemen folgt den Regeln des Duden. Dabei werden die jeweiligen nationalen Schreibweisen bevorzugt (etwa Aljaksandr Lukaschenka auf Belarussisch statt Aleksandr Lukaschenko auf Russisch oder Alexander Lukaschenko als eingedeutschte Version). Ausnahmen werden gemacht, wenn die Originalschreibweise von den in der deutsche Presse vorkommenden Schreibweisen abweicht (etwa Duschanbe statt in offizieller Lateinschrift Dusanbe).