Chronik
Ergebnis der Chroniksuche
(insgesamt 18556 Einträge)Einträge pro Seite: 50 100 200 alle (Seite von 372)
Sortierung: chronologisch umgekehrt chronologisch
| Russland | 29.10.2026 | Der estnische Inlandsgeheimdienst „KAPO“ beschuldigt Russland, Mitte August einen Brandanschlag auf den Rüstungshersteller „Milrem Robotics“ in Estland begangen zu haben. Das Unternehmen liefert unbemannte Bodenfahrzeuge in die Ukraine. Nach Angaben des Geheimdienstes entsprach die Vorgehensweise dem Muster weiterer mutmaßlich aus Russland gesteuerter Sabotageakte in Europa. Beweise wurden unter Verweis auf Geheimhaltung nicht veröffentlicht. Der Kreml wies die Anschuldigungen zurück. |
| Russland | 29.10.2026 | Nach Einschätzung der US-amerikanischen Nachrichtenagentur „Bloomberg“ erreichten Russlands Rohölexporte in der Woche zum 27. September 2026 mit durchschnittlich 3,99 Millionen Barrel täglich einen Höchststand seit Beginn des großflächigen Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine im Februar 2022. Die Entwicklung wurde begünstigt durch gestiegene Weltmarktpreise infolge der Spannungen im Nahen Osten sowie die verstärkte Ausfuhr von Rohöl, das durch ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien nicht im Inland verarbeitet werden konnte. Die gesamten russischen Öl- und Ölproduktexporte gingen nach Berechnungen der Raiffeisenbank auf rund 28 Millionen Tonnen monatlich zurück und liegen damit auf dem niedrigsten Stand seit der Corona-Pandemie. |
| Russland | 04.10.2026 | In der russischen Region Irkutsk bestätigen Behörden den Tod einer Mitarbeiterin des Irkutsker Instituts zur Bekämpfung der Pest. Die mögliche Infektionsquelle blieb unklar. Die Mitarbeiterin war offensichtlich nach Kontakt mit einem zerbrochenen Reagenzglas, das den Pesterreger enthielt, mit Symptomen einer Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Mehrere Krankenhäuser in Irkutsk und Schelechow wurden unter Quarantäne gestellt. Insgesamt wurden 197 Kontaktpersonen ermittelt. Nach offiziellen Angaben zeigten diese zunächst keine Krankheitssymptome und wurden negativ getestet. |
| Russland | 03.10.2026 | Russland setzt seine Angriffe auf Straßenbrücken in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw fort. Nach Treffern auf drei der sechs Brücken über den Dnipro wurde am Vortag auch die Nordbrücke getroffen und für den Verkehr gesperrt. Das russische Verteidigungsministerium begründete die Angriffe mit der strategischen Bedeutung der Verkehrsverbindungen. Bei russischen Luftangriffen auf Charkiw wurden fünf Menschen getötet und mehr als 40 verletzt. In der Region Odessa wurde ein ziviles Frachtschiff getroffen, ein Seemann starb, drei Menschen wurden verletzt. Auch die moldauische Präsidentin Maia Sandu erklärte, dass fünf russische Flugkörper und Drohnen in den moldauischen Luftraum eingedrungen seien und auf moldauischem Staatsgebiet explodiert seien. |
| Russland | 02.10.2026 | Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder wird in den Aufsichtsrat der russischen „Hyperglobus GmbH“, eines Ablegers der deutschen Supermarktkette „Globus“ berufen. Er soll an der Unternehmensführung mitwirken und die strategische Entwicklung in Russland leiten. „Hyperglobus“ ist nach eigenen Angaben seit Januar 2025 rechtlich und organisatorisch von der deutschen Muttergesellschaft getrennt. Die Berufung Schröders erfolgte wenige Tage nach der Anordnung der Zwangsverwaltung mehrerer westlicher Unternehmen in Russland. |
| Russland | 01.10.2026 | Die russische Regierung legt der russischen Staatsduma den Haushaltsentwurf für die Jahre 2027 bis 2029 vor. Sie korrigiert dabei die Defizitprognose für 2026 auf nahezu das Doppelte des ursprünglich geplanten Wertes. Der Fehlbetrag soll 7,345 Billionen Rubel (etwa 76 Milliarden Euro) und damit etwa 3,2 Prozent des BIP erreichen. In den Jahren 2027 bis 2029 sind weitere Defizite von rund 16 Billionen Rubel (etwa 167 Milliarden Euro) vorgesehen. Die Verteidigungsausgaben sollen 2027 um 27 Prozent auf 17,1 Billionen Rubel (etwa 178 Milliarden Euro) steigen und damit mehr als ein Drittel der gesamten Staatsausgaben ausmachen. |
| Russland | 01.10.2026 | Russland erklärt mehrere ungarische Diplomat:innen zu unerwünschten Personen und ordnet ihre Ausreise an. Die Maßnahme erfolgt als Reaktion auf die Ausweisung von zehn russischen Diplomat:innen aus Ungarn Anfang September wegen mutmaßlicher statuswidriger Aktivitäten. Das russische Außenministerium hatte gegen diese Entscheidung protestiert. |
| Russland | 30.09.2026 | Die Generalstaatsanwälte von Russland, Kasachstan, Belarus, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan unterzeichnen ein Abkommen zum verstärkten Informationsaustausch über mutmaßliche „Terrorist:innen und Extremist:innen“. Die Zusammenarbeit umfasst unter anderen Angaben zu Organisationen, Einzelpersonen und Aktivitäten, die als Bedrohung für die nationale Sicherheit und Souveränität eingestuft werden. Das Abkommen fällt in eine Phase der Ausweitung des russischen Terrorismus- und Extremismusregisters. Im ersten Halbjahr 2026 ergingen in Russland 1.145 Urteile nach Terrorismusparagraphen und damit 58 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. |
| Russland | 30.09.2026 | Die Zentrale Wahlkommission schließt die Mandatsverteilung für die neunte Staatsduma ab, nachdem mehr als 50 Kandidat:innen von Einiges Russland auf ihre Sitze verzichtet haben. Die Regierungspartei erhält 349 der 450 Mandate, die Kommunistische Partei 37, die Liberal-Demokratische Partei 23, Neue Menschen 19, Gerechtes Russland 17 und Rodina eines; vier Sitze gehen an parteiunabhängige Kandidat:innen. Das Medium iStories zählt unter den Abgeordneten 46 Personen mit Verbindungen zum Krieg gegen die Ukraine, einschließlich Teilnahme an Kampfhandlungen, Arbeit in besetzten Gebieten oder Unterstützung der russischen Armee bzw. von Kriegsteilnehmer:innen sowie vereinzelt Beteiligung an Folter und Ermordungen. Einige Abgeordnete nehmen am staatlichen Personalentwicklungsprogramm „Zeit der Helden“ teil. Neu in die Duma ziehen außerdem Michail Rachlin, Sohn von Präsident Wladimir Putins erstem Judotrainer Anatolij Rachlin, sowie der Waffenhändler Wiktor But ein. |
| Russland | 29.09.2026 | Der russische Präsident Wladimir Putin ordnet per Dekret eine Aufstockung der russischen Streitkräfte um 15.500 Soldat:innen an. Die vorgesehene Gesamtstärke steigt damit auf 2.441.630 Angehörige, darunter 1.550.000 Militärangehörige. Gleichzeitig plant die russische Regierung für 2027 eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf 17,1 Billionen Rubel (rund 178 Milliarden Euro). Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte unter Berufung auf Geheimdienstinformationen, Russland wolle verstärkt ausländische Kämpfende einsetzen. Seinen Angaben zufolge befinden sich zurzeit mehr als 8.000 nordkoreanische Soldaten in Russland. |
| Russland | 28.09.2026 | Der russische Präsident Wladimir Putin erlässt ein Dekret, mit dem das Russland-Geschäft der deutschen Handelskette „Metro“ unter vorläufige Zwangsverwaltung des russischen Unternehmens „UK Torg Rus“ gestellt wird. „Metro“ bestätigte den Verlust der operativen Kontrolle über 91 russische Filialen mit rund 9.000 Beschäftigten. Das Unternehmen war nach dem großflächigen Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 im Land geblieben und erwirtschaftete dort zuletzt rund 8,7 Prozent des Konzernumsatzes. Vergleichbare Maßnahmen hatte es kürzlich auch gegen andere westliche Unternehmen wie „Nestlé“, „Auchan“ und „Aptar“ gegeben. |
| Russland | 27.09.2026 | Die russische Armee greift den Hauptsitz des größten ukrainischen Mobilfunkanbieters „Kyivstar“ sowie ein Rechenzentrum von „Vodafone Ukraine“ an. Nach ukrainischen Angriffen wurden bei den Angriffen drei Menschen verletzt. Weitere Angriffe auf Rechenzentren hatten in der vorangegangenen Woche bei rund 100.000 Haushalten in Kyjiw und Umgebung zu Netzausfällen geführt. |
| Russland | 25.09.2026 | Der russische Politikwissenschaftler Alexandr Kynew wird nach seiner Festnahme mit Schienbeinbrüchen ins Krankenhaus eingeliefert. Dies berichtet der Menschenrechtskanal „Slowo Saschtschite“ (dt. etwa „Plädoyer der Verteidigung“) unter Berufung auf Quellen aus dem Strafvollzugsdienst. Gegen Kynew wird wegen mutmaßlicher Drogendelikte ermittelt, ihm drohen bis zu 20 Jahre Haft. Er war im Februar zum sogenannten „ausländischen Agenten“ erklärt worden und hatte die Dumawahlen im September öffentlich kritisiert. |
| Russland | 24.09.2026 | Das russische Finanzministerium legt Pläne für Steuererhöhungen zur Finanzierung von Verteidigung und Rüstungsindustrie vor. Vorgesehen sind unter anderem höhere Steuern auf Kapitaleinkünfte, Änderungen bei der Besteuerung von Selbständigen und eine zusätzliche Gewinnsteuer für Teile der Rohstoffindustrie. Das Haushaltsdefizit hatte im ersten Halbjahr 2026 rund knapp 74 Milliarden Euro erreicht. Das Finanzministerium erklärte, die zusätzlichen Einnahmen sollten für die Bewaffnung der Streitkräfte, die Modernisierung von Rüstungsbetrieben und Soldzahlungen verwendet werden. |
| Russland | 23.09.2026 | Der russische Außenminister Sergej Lawrow lehnt in seinem Statement im UN-Sicherheitsrat erneut eine Waffenruhe im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ab. Er erklärt, Moskau strebe eine umfassende Friedensregelung an. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha betonte die Bereitschaft Kyjiws zu einer sofortigen Waffenruhe. Der US-amerikanische Außenminister Marco Rubio äußerte die Sorge vor einer Ausweitung russischer Aktivitäten auf weitere Staaten und verwies auf hybride Angriffe und Sabotageakte. |
| Russland | 23.09.2026 | Präsident Wladimir Putin deutet die Wahlbeteiligung bei der Staatsdumawahl als Unterstützung für die in der Ukraine kämpfenden russischen Streitkräfte und die Sicherheitspolitik der Staatsführung. Die Zentrale Wahlkommission beziffert die Beteiligung auf 59,8 % gegenüber 51,72 Prozent im Jahr 2021. Die Regierungspartei Einiges Russland erhält 59 % der Stimmen und erreicht die verfassungsändernde Mehrheit. Damit liegt die Partei über ihrem Ergebnis von 49,82 % bei der Wahl 2021. Die Kommunistische Partei erhält 13,7 %, die Liberal-Demokratische Partei 9 %, Neue Menschen 7,9 % und Gerechtes Russland 5,4 %. Zusätzlichen finden Gouverneurswahlen statt, bei denen u.a. Ramsan Kadyrow mit 99,73 % in Tschetschenien wiedergewählt wird. In 39 Regionen werden die Regionalparlamente gewählt. In allen behält Einiges Russland die Mehrheit. Ferner finden Nachwahlen für Regionalparlamente sowie Kommunalwahlen statt. Unabhängige Experten zweifeln die Ergebnisse an, u.a. die Plausibilität der hohen Beteiligung, die Verzögerungen beim Melden von Auszählungen und fehlende Daten, lassen auf Fälschungen der Wahlbeteiligung und der Ergebnisse für einzelne Kandidaten, Einiges Russland und Gerechtes Russland schließen. Für die besetzten ukrainischen Gebiete werden lediglich Ergebnisse nach Wahlkreisen, nicht nach einzelnen Wahllokalen veröffentlicht. |
| Russland | 22.09.2026 | Die Europäische Union streicht die russischen Oligarchen Alischer Usmanow und Michail Fridman von ihrer Sanktionsliste. Die Sanktionen gegen rund 3.000 weitere Personen und Organisationen werden gleichzeitig von sechs Monate auf drei Jahre verlängert. Für die Streichung Usmanows hatte sich Frankreich eingesetzt, Luxemburg für Fridmans. Litauen enthielt sich, kündigte jedoch an, nationale Sanktionen prüfen zu wollen. Usmanow und Fridman waren 2022 mit Einreise- und Transaktionsbeschränkungen sowie eingefrorenen Vermögenswerten belegt worden. |
| Russland | 20.09.2026 | Der frühere russische Regierungsbeamte und bisherige südossetische Ministerpräsident Marat Kambolow wird zum Präsidenten der von Georgien abtrünnigen, von Russland unterstützten Region Südossetien gewählt. Nach Angaben russischer Staatsmedien erhält er bei der Abstimmung am 18. September 85 Prozent der Stimmen; die Wahlbeteiligung beträgt 73 Prozent. Ein im Mai unterzeichneter Vertrag vertieft die Zusammenarbeit in der Verteidigungs-, Außen- und Sicherheitspolitik und sieht die Integration der Energie- und Verkehrsnetze vor. Georgien kritisiert ihn als Versuch, eine „De-facto-Annexion“ Südossetiens und Abchasiens zu festigen, und verurteilt auch die Einrichtung russischer Wahllokale in beiden Regionen für die Staatsdumawahl vom 18. bis 20. September. |
| Russland | 18.09.2026 | Präsident Wladimir Putin stellt die russischen Vermögenswerte des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestle und der französischen Einzelhandelskette Auchan per Dekret unter Zwangsverwaltung. Die vorläufige Kontrolle übernimmt das wenig bekannte Unternehmen L.E.V. Management. Kremlsprecher Dmitrij Peskow begründet die Entscheidung mit feindseligen Handlungen sogenannter unfreundlicher Staaten und deren angeblicher Beteiligung an militärischen Aktionen gegen Russland. Die Schweiz liefert keine Waffen an die Ukraine, beteiligt sich jedoch an Sanktionen gegen Russland. Nestle kündigt an, seine Rechte und die Fortführung des Geschäftsbetriebs schützen zu wollen; Auchan lehnt eine Stellungnahme ab. Nestle betreibt in Russland sechs Fabriken mit rund 7.000 Beschäftigten, Auchan etwa 230 Geschäfte sowie einen Onlinehandel mit insgesamt rund 30.000 Beschäftigten. Grundlage des Eingriffs ist ein Dekret von 2023, das die vorläufige Verwaltung von Vermögenswerten aus als unfreundlich eingestuften Staaten ermöglicht. Peskow erklärt, gegenwärtig sei lediglich eine vorläufige Verwaltung vorgesehen. |
| Russland | 18.09.2026 | In Russland beginnt der erste Tag der dreitägigen Staatsduma- und Regionalwahlen. In Frontnahen Regionen und in einigen ukrainischen, von Russland besetzten Gebieten beginnt die Stimmabgabe bereits Tage zuvor. In Südrussland und den besetzten ukrainischen Gebieten beeinträchtigen ukrainische Drohnenangriffe nach Angaben russischer Behörden den Ablauf. Die Vorsitzende der Zentralen Wahlkommission, Ella Pamfilowa, meldet die Verlegung eines Wahllokals in der Region Krasnodar, nachdem dessen Fenster durch einen Drohnenangriff beschädigt werden. In der besetzten Oblast Luhansk fallen nach Angriffen auf die Energieinfrastruktur in 14 Wahllokalen vorübergehend die Stromversorgung aus; der Betrieb wird mit Ersatzstrom fortgesetzt. In Sotschi suchen Wahlhelfer:innen und Wähler:innen wegen eines Luftalarms Schutz. Die Wahlkommission hat zuvor den Tod eines ihrer Mitglieder bei einem Drohnenangriff in der besetzten Oblast Saporischschja gemeldet. Zusätzlich berichten Wahlbehörden von Cyberangriffen auf das elektronische Fernwahlsystem. Die unabhängigen Medien RusNews und Sotavision melden unter Berufung auf Wahlbeobachter:innen verbreitete Ausfälle elektronischer Abstimmungsterminals in Moskau. Pamfilowa erklärt, auch drohnenabwehrbedingte Einschränkungen des mobilen Internets seien kein Grund, die Abstimmung abzusagen. Während der Durchführung kommt es zu unzähligen Verstößen gegen das Wahlrecht, u.a. im Wahlgang, Wahlbeobachtung, Agitation im Vorfeld und während der Wahlen, in der Auszählung der Stimmen, u.v.m. Unabhängige Wahlbeobachter:innen wie die der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa sind nicht zugelassen. Die EU kündigt Sanktionen gegen Organisator:innen und Kandidat:innen der russischen Staatsdumawahl in den besetzten ukrainischen Gebieten sowie gegen Personen an, die freie und faire Wahlen in Russland behindert haben. In einer von der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas im Namen der 27 Mitgliedstaaten veröffentlichten Erklärung betont sie, weder die abgehaltenen Abstimmungen noch deren Ergebnisse anzuerkennen. Es handelt sich um die erste Staatsdumawahl seit Beginn der russischen Vollinvasion im Februar 2022. |
| Russland | 17.09.2026 | Russland und die Ukraine tauschen am Grenzübergang Nowaja Guta in Belarus die sterblichen Überreste von insgesamt 275 im Krieg getöteten Soldat:innen aus. Russland übergibt 252 Leichname an die Ukraine und erhält 23 zurück. |
| Russland | 16.09.2026 | Der US-Kongress verabschiedet ein umfassendes Sanktionsgesetz gegen Russland und Iran. Nach der Zustimmung des Senats im August nimmt das Repräsentantenhaus den „Lindsey O. Graham Sanctioning Russia and Iran Act of 2026“ an. Das Gesetz soll Russlands Energie- und Rüstungsindustrie sowie die zur Umgehung bestehender Sanktionen eingesetzte Tanker-„Schattenflotte“ treffen und damit die Finanzierung des Krieges gegen die Ukraine erschweren. Kremlsprecher Dmitrij Peskow bezeichnet zusätzliche US-Sanktionen als unfreundliche Maßnahmen, die eine Friedensregelung für die Ukraine erschweren würden. |
| Russland | 15.09.2026 | Italienische NATO-Kampfjets schießen in der Nacht erstmals eine Drohne über Litauen ab. Nach Angaben des litauischen Rundfunks LRT dringt sie wenige Minuten nach Mitternacht aus Belarus in den litauischen Luftraum ein und wird etwa eine halbe Stunde später zerstört. Präsident Gitanas Nauseda bestätigt den Abschuss. Nach Einschätzung des Leiters des nationalen Krisenmanagementzentrums, Vilmantas Vitkauskas, trägt die Drohne mit hoher Wahrscheinlichkeit Sprengstoff; ob es sich um eine Kampfdrohne handelt, ist zunächst nicht geklärt. Der Bericht nennt weder ihre Herkunft noch Betreiber. Hintergrund sind wiederholte Drohneneinflüge in den baltischen Staaten: Nach einer Zählung von Novaya Gazeta Europe werden dort von Januar 2025 bis Mai 2026 mindestens 24 Vorfälle registriert, davon mindestens 15 seit Jahresbeginn 2026. |
| Russland | 14.09.2026 | Die deutsche Bundesanwaltschaft gibt bekannt, dass sie beim Kammergericht Berlin Anklage gegen eine Deutsch-Ukrainerin wegen mutmaßlicher geheimdienstlicher Agententätigkeit für Russland erhoben hat. Die Angeklagte befindet sich seit Januar 2026 in Untersuchungshaft. Sie soll seit Oktober 2023 mit einem Geheimdienstmitarbeiter der russischen Botschaft in Kontakt gestanden haben. Laut Anklage versorgte sie ihn mit Hinweisen auf hochrangige Veranstaltungen und ermöglichte ihm teilweise unter falschem Namen die Teilnahme. Zudem soll sie versucht haben, Personen aus dem Bundesverteidigungsministerium und der Rüstungsindustrie als Informationsquellen zu gewinnen. Im Auftrag des Geheimdienstmitarbeiters bemühte sie sich insbesondere im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine um Informationen zur deutschen Verteidigungspolitik und Rüstungsindustrie. Das Verfahren geht nach Angaben der Bundesanwaltschaft auf Erkenntnisse des Bundesamts für Verfassungsschutz und des Bundesamts für den Militärischen Abschirmdienst zurück. Über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung eines Hauptverfahrens entscheidet der Staatsschutzsenat des Kammergerichts Berlin. |
| Russland | 14.09.2026 | Russland nimmt mit einer Delegation von Vertreter:innen des Außen-, Energieministeriums und des Ministeriums für Naturressourcen und Ökologie am Treffen der G20-Energieminister in Houston im US-Bundesstaat Texas teil. Dies hatte zuvor Botschafter Marat Berdjew angekündigt. Berdjew erklärte, russische Positionen zu einem flexiblen Energiemix, technologischer Neutralität, fossilen Brennstoffen und Erdgas sowie zur friedlichen Nutzung der Kernenergie fänden zunehmend Beachtung. Die USA als G20-Vorsitzende haben bereits Anfang September den russischen Finanzminister Anton Siluanow zum G20-Finanzministertreffen in Asheville eingeladen und damit Irritationen ausgelöst. |
| Russland | 13.09.2026 | Zum Abschluss des Gipfels der BRICS-Staaten in Neu-Delhi geben die teilnehmenden Länder eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie ihre Geschlossenheit betonen. Im Hinblick auf internationale Konflikte blieb die Erklärung weitgehend allgemein und vermied die Benennung Verantwortlicher. Indien stellt als Gastgeberland Kooperation, eine „menschenzentrierte“ Agenda und den Anspruch der BRICS-Staaten auf stärkeren Einfluss bei der Gestaltung der internationalen Ordnung in den Mittelpunkt. Für 2027 übernimmt China den Vorsitz. |
| Russland | 13.09.2026 | Auf der Strecke Kyjiw–Warschau wird ukrainischen Angaben zufolge die Lokomotive eines Personenzuges etwa zwei Kilometer vor der ukrainischen Grenze von einer russischen Drohne getroffen. Ein weiterer Angriff trifft eine Tankstelle nahe dem Grenzübergang Jahodyn-Dorohusk. Der polnische Luftraum wird dabei nicht verletzt. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk bestätigt die Angriffe und warnte vor einer zunehmenden Eskalation. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, Ziel seien Transportwege für militärische Lieferungen aus Europa gewesen. |
| Russland | 12.09.2026 | Am Rande des Wirtschaftsforums der BRICS-Staaten in Neu-Delhi erklärt der russische Präsident Wladimir Putin, dass eine Entsendung europäischer Truppen in die Ukraine aus russischer Sicht einen Krieg mit Russland bedeuten würde. Zugleich wies er Befürchtungen vor einem möglichen russischen Angriff auf europäische Staaten zurück. Hintergrund sind Überlegungen Frankreichs und Großbritanniens, nach einem möglichen Friedensabkommen Russlands mit der Ukraine ein europäisches Kontingent in der Ukraine zu stationieren. |
| Russland | 11.09.2026 | Ukrainische Drohnen greifen das Chemiewerk „Azot“ in der russischen Region Perm an. Das Werk ist einer der größten Chemiebetriebe Russlands und unter anderem Hersteller von Ammoniumnitrat und Salpetersäure. Offizielle Angaben zu möglichen Schäden gibt es nicht. Augenzeugen meldeten Explosionen, Schüsse und Rauch über dem Industriegebiet. Wegen der Drohnenwarnungen wurden in der Region Hochschulen und Schulen geschlossen und öffentliche Einrichtungen in ihrem Betrieb eingeschränkt. |
| Russland | 11.09.2026 | Das Gebietsgericht Tomsk hebt auf Klage der Liberal-Demokratischen Partei Russlands die Registrierung der Kandidat:innenliste der Partei Jabloko für die Wahl zur gesetzgebenden Duma der Oblast Tomsk auf. Nach Angaben von Jabloko stützt sich die Klage auf die Verbreitung von Wahlwerbung über zugangsbeschränkte Internetangebote sowie auf mutmaßliche Verstöße gegen das Urheberrecht und Vorschriften zur Wahlkampffinanzierung. Von ursprünglich acht für Regionalparlamente aufgestellten Jabloko-Listen bleibt damit nur diejenige in der Oblast Nowgorod zugelassen; in der Oblast Tomsk kandidieren weiterhin sieben Parteimitglieder in Direktwahlkreisen. Wenige Tage zuvor wurden sechs Kandidat:innen von Jabloko in der Oblast Swerdlowsk festgenommen, darunter Abgeordnete von Stadtparlamenten; zwei weitere, die über Direktwahlen kandidierten, in Moskau. Die Partei Jabloko hatte sich als einzige öffentlich im Vorfeld der Wahlen gegen Krieg ausgesprochen. |
| Russland | 10.09.2026 | Dmitrij Medwedew, Vorsitzender der russischen Regierungspartei „Jedinaja Rossija“ (dt. „Einiges Russland“) und stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrats, spricht sich für eine langfristige militärische Ausrichtung Russlands auch über das Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine aus. Mit Hinweis auf die Bedrohung durch die NATO und westliche Staaten fordert er eine leistungsfähige Rüstungsindustrie und stärkere staatliche Eingriffe in die Wirtschaft. |
| Russland | 09.09.2026 | Der Gouverneur der russischen Region Krasnodar meldet vier Tote und 29 Verletzte nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Stadt Noworossijsk. Mehrere Wohngebäude wurden beschädigt. Berichten zufolge galt der Angriff dem „Masut-Terminal“ im Hafen von Noworossijsk. Dort wurde mindestens ein Treibstofftank beschädigt. Der Angriff setzt eine Reihe von ukrainischen Angriffen auf russische Hafen- und Exportinfrastruktur am Schwarzen Meer und an der Ostsee fort. |
| Russland | 09.09.2026 | Im russischen Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen in Nordwest-Sibirien hat es erstmals ukrainische Drohnenangriffe auf Anlagen der russischen Gasindustrie gegeben. Nach ukrainischen Angaben wurden das Gas- und Kondensataufbereitungswerk „Nowyj Urengoj“ und das Gasverarbeitungswerk „Purowskij“ getroffen. Mit rund 2.800 Kilometer Entfernung von der russisch-ukrainischen Grenze waren dies die bisher weitreichendsten ukrainischen Angriffe seit Beginn des großflächigen Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine. Im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen liegt eine der wichtigsten russischen Gasföderregionen. |
| Russland | 09.09.2026 | Russische Streitkräfte verstärken ihre Angriffe auf ukrainische Eisenbahnen. Innerhalb von zwei Tagen werden vier Personenzüge getroffen; mindestens drei Menschen sterben, 20 weitere werden verletzt. |
| Russland | 08.09.2026 | Angaben des russischen Kreml zufolge stellt der US-amerikanische Präsident Donald Trump seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin während eines Telefonats umfangreiche Wirtschafts- und Handelsbeziehungen in Aussicht. Im Gegenzug erwarte er die baldige Beendigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Beide Seiten erörterten konkrete Möglichkeiten zur Beschleunigung der Verhandlungen, Einzelheiten nannte der Kreml nicht. Putin hält an seiner Forderung nach einem vollständigen ukrainischen Rückzug aus der von Russland annektierten ukrainischen Region Donezk fest. Dies lehnt die Ukraine ab. |
| Russland | 08.09.2026 | In mehreren Bezirken der russischen Region Tjumen werden aufgrund eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest Notstands- und Quarantänemaßnahmen verhängt. Die Behörden ordnen umfangreiche Beschlagnahmungen und Tötungen von Hausschweinen an. Verschiedene lokale Gruppierungen kritisieren die Durchführung der Maßnahmen, ausbleibende Entschädigungen und unsachgemäße Entsorgung der Kadaver. Gleichzeitig wird aus der Region Irkutsk die Tötung von Nutztieren aufgrund eines Ausbruchs der Lumpy-Skin-Krankheit gemeldet. |
| Russland | 06.09.2026 | Die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner treffen zu Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau ein. US-Angaben zufolge unterbreiteten sie bei dem Treffen neue Vorschläge zur Beendigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Der Kreml bezeichnete die Gespräche im Anschluss als „nützlich und konstruktiv“. Witkoff und Kushner reisen im Anschluss weiter in die Ukraine. |
| Russland | 04.09.2026 | Das auf Flugsicherheit spezialisierte Unternehmen „Osprey Flight Solutions“ zählt im August 2026 16.000 ukrainische Drohnen, die in den russischen Luftraum eingedrungen sein sollen. 32 russische Flughäfen mussten insgesamt 993-mal vorübergehend schließen. Im gesamten Sommer wurden bisher 2.182 Betriebseinstellungen registriert. Die Störung des zivilen Flugverkehrs ist Teil der ukrainischen Strategie, dauerhaften Druck auf die russische Luftfahrt auszuüben. |
| Russland | 03.09.2026 | Nach einem Brandanschlag auf eine Baustelle in der Nähe mehrerer Unternehmen der Sicherheits- und Rüstungsindustrie in München werden zwei bulgarische Staatsangehörige in Untersuchungshaft genommen. Die Ermittler:innen gehen von einem politischen Motiv aus. Unklar blieb zunächst, ob die benachbarten Unternehmen „Rohde & Schwarz“ und der die Ukraine beliefernde Drohnenhersteller „Helsing“ die eigentlichen Ziele des Anschlags waren. Den Ermittlungsbehörden zufolge gibt es jedoch Hinweise darauf, dass die Attentäter vom russischen Geheimdienst beauftragt worden seien. |
| Russland | 03.09.2026 | Norwegische Behörden setzen im Hafen von Barentsburg auf Svalbard das russische staatliche Expeditionsschiff „Professor Molchanow“ fest. Die Maßnahme erfolgt auf Antrag des ukrainischen Energiekonzerns „Naftogas“, der einen Schiedsspruch über rund 3,6 Milliarden Euro aus dem Jahr 2023 vollstrecken will. Hintergrund ist die Enteignung ukrainischer Energieanlagen nach der russischen Annexion der Krim im Jahr 2014. Da Russland die Zahlung verweigert, verfolgt „Naftogas“ russische Vermögenswerte in mehreren Staaten, darunter auch Finnland und Frankreich. |
| Russland | 03.09.2026 | Laut Daten des deutschen Bundeskriminalamts (BKA) wurden seit Jahresbeginn bis Ende August 2026 bundesweit mehr als 165 Sabotagefälle registriert. Außerdem wurden 24 Ermittlungsverfahren wegen Spionage eingeleitet. Die Behörden erfassten zudem 747 verdächtige Drohnenvorfälle mit insgesamt 1.068 Drohnen, insbesondere über kritischer Infrastruktur, militärischen Einrichtungen und Rüstungsunternehmen. Bei einem Teil der Vorfälle prüft das BKA eine mögliche politische oder ausländische staatliche Steuerung. |
| Russland | 02.09.2026 | Als Reaktion auf die Einbestellung des russischen Botschafters in Berlin bestellt Russland den Geschäftsträger der deutschen Botschaft in Moskau ein und kündigt die Schließung dreier verbleibender Standorte des „Goethe-Instituts“ in Russland an. Die russische Regierung protestiert damit gegen die von Berlin angekündigten Sanktionen nach dem versuchten Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle Anfang August 2026. Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnete die deutschen Maßnahmen als „schweren Fehler“. Dmitrij Medwedew, Vorsitzender des russischen Sicherheitsrats, drohte mit Angriffen auf deutsche Rüstungsbetriebe und weitere Ziele in Deutschland. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte, die Situation erinnere ihn an den Beginn des Zweiten Weltkrieges. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz erkläre Russland faktisch den Krieg, so Lawrow. |
| Russland | 01.09.2026 | Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem deutschen Außenminister Johann Wadephul macht der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt Russland für den versuchten Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle Anfang August 2026 verantwortlich. Er verweist dabei auf Erkenntnisse deutscher und europäischer Sicherheitsbehörden. Als Reaktion wurde der russische Botschafter einbestellt, die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn und des ussischen Hauses in Berlin wurden angekündigt. Russland bestreitet die Beteiligung und kündigt seinerseits Gegenmaßnahmen an. |
| Russland | 31.08.2026 | In Asheville (USA) findet das G20-Finanzministertreffen erstmals seit Beginn der großflächigen Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine im Februar 2022 wieder mit Beteiligung des russischen Finanzministers Anton Siluanow statt. Die europäischen G20-Staaten protestieren gegen die von den USA ausgesprochene Einladung und verweigern ein gemeinsames Gruppenfoto mit der russischen Delegation. Der deutsche Finanzminister Lars Klingbeil kritisiert die aus seiner Sicht damit verbundene Normalisierung der Beziehungen. Die US-Regierung verteidigt die Einladung mit dem gesteckten Ziel, den Dialog mit Moskau über eine Beendigung des Krieges aufrechtzuerhalten. |
| Russland | 28.08.2026 | Der Gouverneur der russischen Region Rostow, Jurij Sljussar, verhängt aufgrund zunehmender Absatz- und Exportproblemen von Getreide den Notstand. In der Region werden fast zehn Prozent des landesweit geernteten Getreides angebaut. Wegen ukrainischer Drohnenangriffe seit Mitte Juli sei der Betrieb der Häfen am Asowschen Meer eingestellt, sodass sich erhebliche Mengen an Agrarerzeugnissen angesammelt hätten, die nicht verschifft werden könnten. Die Weizenausfuhr sank im August auf 1,9 Millionen Tonnen und damit auf ein 16-Jahres-Tief. Zugleich ließen die überfüllten Lager die russischen Getreidepreise deutlich fallen. |
| Russland | 28.08.2026 | Das Bezirksgericht im russischen Swerdlowsk schließt die Liste der liberalen Partei „Jabloko“ von der bevorstehenden Wahl zur Regionalversammlung aus. Es gibt damit der Klage der nationalistischen „Liberaldemokratischen Partei Russlands“ (LDPR) statt. Diese hatte „Jabloko“ unter anderem Urheberrechtsverletzungen und die Verbreitung von Inhalten auf in Russland gesperrten Plattformen wie „Instagram“ oder „Facebook“ vorgeworfen. Konstantin Kisseljow, Spitzenkandidat von „Jabloko“ in der Region, kündigte Berufung an. Swerdlowsk ist bereits die sechste Region, in der die Liste von „Jabloko“ von den Regionalwahlen ausgeschlossen wird. Zuvor war die Partei bereits von den landesweiten Dumawahlen ausgeschlossen worden. |
| Russland | 28.08.2026 | Angesichts von Gerüchten über eine mögliche neue Mobilisierung unmittelbar nach den Dumawahlen im September ist die Zahl der Russ:innen, die die Grenze in Richtung Georgien überqueren, stark angestiegen. Nach Angaben des russischen Föderalen Zolldienstes überquerten innerhalb der vergangenen Woche rund 113.000 Menschen die Grenze. Der Duma-Abgeordnete und Mitglied des Verteidigungsausschusses, Viktor Sobolew, bestritt Pläne für eine neue Mobilisierung und verwies darauf, dass der Personalbedarf der Streitkräfte derzeit durch die Anwerbung von Vertragssoldat:innen gedeckt sei. |
| Russland | 27.08.2026 | In Sankt Petersburg wird ein Oberstleutnant der russischen Luftstreitkräfte getötet. Vorläufigen Angaben zufolge detonierte ein in seinem Fahrzeug angebrachter provisorischer Sprengsatz. Seine Ehefrau wird schwer verletzt. Das russische Ermittlungskomitee leitete ein Strafverfahren ein. Nach tödlichen Anschlägen auf russische Militärangehörige am 01. August in Moskau und am 13. August in Sewastopol ist dies bereits der dritte gemeldet Anschlag im August. |
| Russland | 27.08.2026 | Das russische Außenministerium erklärt einen Mitarbeiter der rumänischen Botschaft in Moskau zur Persona non grata. Die Maßnahme sei eine Reaktion auf die Ausweisung eines russischen Diplomaten aus Rumänien im vergangenen Monat. Rumänien hatte diesen nach einer Reihe von Luftraumverletzungen durch russische Drohnen ausgewiesen. Im Mai war im rumänischen Galati ein Wohnhaus durch eine abstürzende russische Drohne getroffen worden. Russland wies die Verantwortung für den Vorfall zurück. |
| Russland | 26.08.2026 | Bei einem ukrainischen Drohnenangriff gerät erneut ein Lager des russischen Online-Händlers „Wildberries“ in Kotowsk in der russischen Region Tambow in Brand. Bereits am 18. Juli war das Lager angegriffen worden, damals kamen sieben Menschen ums Leben, 25 weitere wurden verletzt. Außerdem war die größte Raffinerie des russischen Ölkonzerns „Lukoil“ in Kstowo Ziel des Angriffs. Dies ist bereits der vierte Angriff auf die Raffinerie in diesem Jahr. In der Region Lipezk starben beim Einschlag einer Drohne in ein Wohnhaus zwei Menschen, darunter ein 14-jähriges Kind. Das russische Verteidigungsministerium meldete 426 abgefangene oder zerstörte ukrainische Drohnen über 15 Regionen und der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim. |
Die Chronik der Länder-Analysen
Die Chronik enthält die Originaleinträge aus den jeweiligen Ausgaben der Länder-Analysen. Sie erfasst damit Russland seit 2003 (zusätzlich gibt es eine Kurzchronik für die Sowjetunion ab 1964 bzw. Russland ab 1992), Polen und die Ukraine seit 2006, die zentralasiatischen Staaten seit 2008 und Belarus seit 2011. Die Chronikeinträge wurden jeweils zeitnah erstellt und basieren ausschließlich auf im Internet zugänglichen Quellen.
Die Umschrift von Eigennamen aus nicht-lateinischen Schriftsystemen folgt den Regeln des Duden. Dabei werden die jeweiligen nationalen Schreibweisen bevorzugt (etwa Aljaksandr Lukaschenka auf Belarussisch statt Aleksandr Lukaschenko auf Russisch oder Alexander Lukaschenko als eingedeutschte Version). Ausnahmen werden gemacht, wenn die Originalschreibweise von den in der deutsche Presse vorkommenden Schreibweisen abweicht (etwa Duschanbe statt in offizieller Lateinschrift Dusanbe).