Belarus-Analysen

Ausgabe 20 (23.03.2015) — DOI: 10.31205/BA.020.01, S. 6–10

Kultur als Faustpfand. Lukaschenkas neues Interesse für die belarussische Sprache

Ingo Petz (Berlin)

Zusammenfassung
Seit Sommer 2014 hat Präsident Lukaschenka mehrmals öffentlich die Bedeutung der belarussischen Sprache betont. Für das Belarussische, das bisher nur ein Schattenleben führte und als Sprache der Opposition galt, könnte dies eine Zeitenwende bedeuten. Denn die Generation der Sowjetnostalgiker, deren Identität wesentlich durch den Sieg im Zweiten Weltkrieg geprägt wurde, stirbt allmählich aus. Das Regime braucht daher langfristig ein neues attraktives Kulturmodell, um sein Überleben zu sichern. Sprache und Kultur spielen zudem eine wichtige Rolle in der Abgrenzung und Selbstbehauptung gegenüber Russland, um der angesichts der Ukraine-Krise gestiegenen Gefahr eines Souveränitätsverlusts entgegenzuwirken. Eine Liberalisierung des Umgangs mit Andersdenkenden ist dennoch nicht zu erwarten.

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Über die/den Autor:in

Ingo Petz


  • Astapenia, Ryhor: How Russian Culture and Media Shape Belarusian Politics, Belarus Digest, 6.2.2014, <http://belarusdigest.com/story/how-russian-culture-and-media-shape-belarusian-politics-16833>.
  • Barushka, Katarina: After decades of Russian dominance, Belarus begins to reclaim its language, in: The Guardian, 28.1.2015, <www.theguardian.com/world/2015/jan/28/-sp-russian-belarus-reclaims-language-belarusian>.
  • Petz, Ingo: Paranoia und Pragmatismus. Die belarussische Alternativkultur nach 2010, in: Belarus-Analysen, Nr. 12, 14.06.2013, S. 2-6, <http://www.laender-analysen.de/belarus/pdf/BelarusAnalysen12.pdf>.
  • Yanusik, Aljaksandr: Say it Loud, I’m Belarusian and Proud, 28.11.2014, <www.tol.org/client/article/24583-say-it-loud-im-belarusian-and-proud.html>.

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